Der Abel Tasman Nationalpark

Der Abel Tasman Nationalpark

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Nach unserer ungeplanten langen Zeit in Nelson, machten wir uns auf den Weg zum nächsten Golfplatz in Takaka. Hier wollten wir eine Runde spielen, eine Nacht bleiben und uns überlegen, wie wir am Besten zum UNESCO Abel Tasman Nationalpark, unserem nächsten Stop, kommen würden.

Tip: es gibt zwei Möglichkeiten um zum Abel Tasman Nationalpark zu kommen. Einmal von Motueka, von wo man per Wassertaxi zu den verschiedenen Buchten gelangen kann. Und einmal über den Landweg. Nämlich über Takaka.

Beach Access at Takaka Golf Cub
Beach Access at Takaka Golf Cub

Peace Man

Unsere kurzweilige Fahrt führte uns durch die wunderschönen Landschaften Neuseelands nach Takaka, wo wir unsere Runde im Takaka Golf Club spielten.

Takaka Golf Club
Takaka Golf Club

Während unserer Reise hat sich eine kleine Tradition entwickelt: nach dem Golfen machen wir es uns in unserem Camper bequem oder im bzw. am Clubhaus, relaxen, essen oder trinken einen Kaffee, manchmal einen Tee und lassen das Golfspiel Revue passieren.

Picnic after golfing
Picnic after golfing

Nachdem wir eine Kleinigkeit am Clubhaus gegessen hatten, machten wir uns zurück auf den Weg zum Camper als wir einen jungen Mann bemerkten. Neugierig beäugte er unsere Lorna aus sicherer Entfernung. Als er uns sah, erzählte er, dass er hier wohne.

Er war auf einem E-Bike gekommen, das in verschiedensten Lila-Tönen gestrichen war. Auch seine Jeans hatte mehrere lilafarbene Patches. Wir unterhielten uns eine Weile, und sahen seinen Erzählungen zu. Genau, wir sahen zu. Denn, wenn er redete, schwang sein ganzer Körper mit, wellenartig und mit ausholenden geschmeidigen Armbewegungen.

Er deutete auf den grünen Berg hinter uns und zeigte uns, wo er wohnte. Zwischen all dem Grün war nur ein Fleck, das anders aussah. Dort hatte er Blumen angepflanzt. Vielleicht ahnt ihr es schon…Alles in Lila! Unsere Lorna, die teils in Lila leuchtet, muss eine unglaubliche Anziehung auf ihn bewirkt haben. Ich lud ihn ein, sich den Camper genauer anzuschauen und sah seine strahlenden Augen.

Als er sich verabschiedete, konnte ich mir ein „Peace, Man!“ gerade noch verbeißen.

Violett attraction
Violett attraction

Abel Tasman und die Sandfliegen

Neben dieser unvergeßlichen Bekanntschaft, lernten wir Dave, den Greenskeeper am nächsten Morgen kennen.

Von ihm bekamen wir den Tip direkt über den Landweg zum Abel Tasman Nationalpark zu fahren.

Um genau zu sein nach Totaranui, da dort weniger Touristen seien. Wir freuten uns riesig über diesen Tip und machten uns direkt auf den Weg.

Die Fahrt war abenteuerlich, die Straßen eng und unbefestigt. Wir hatten bereits einige nervenaufreibende Straßen hinter uns während unserer Neuseeland-Zeit. Nervenaufreibend, weil ich Höhenangst habe und die Straßen einfach geradewegs nach unten gehen. Berge hoch und runter waren keine Seltenheit. Aber wie Dave schmunzelnd bemerkte: „Das sind eben Neuseeland’s Straßen!“

Mit dem Abgrund direkt neben mir waren die Fahrten nicht immer gerade prickelnd für mich.

Before the streets got really bad
Before the streets got really bad

Die Vorfreude siegt

Der sogenannte Abel Tasman Drive, der seine Kurven so richtig erst nach Tata Beach zeigte, ließ uns beide verstummen. Aber die Vorfreude auf den Abel Tasman Nationalpark war größer als die Furcht runterzustürzen. Als wir am Campground ankamen, wurden wir auch direkt belohnt. Eine wunderschöne goldgelbe Bucht mit sehr wenigen Touristen. Die Sonne lachte und heiterte und wärmte uns auf. Wir parkten Lorna auf einer Grünfläche, schmissen unsere Sportschuhe in die Ecke, zogen unsere FlipFlops, in Neuseeland Jandals genannt, an und gingen direkt zum Strand.

Abel Tasman National Park
Abel Tasman National Park
Strolling at the beach at Abel Tasman Nationalpark
Strolling at the beach at Abel Tasman Nationalpark

Hier liefen wir entlang der Bucht, schossen unzählige Fotos und machten es uns anschließend am Strand bequem. Das hatten wir so vermisst! Durch den Dauerregen die ganzen Tage zuvor, waren wir sonnenhungrig und konnten unser Glück kaum glauben, dass wir genau jetzt, im Abel Tasman Nationalpark, endlich gutes Wetter hatten. Den Rest des Tages genossen wir faul und machten im Grunde nichts anderes als die Sonne genießen und vor uns hinzudösen.

Abel Tasman's treasures
Abel Tasman’s treasures
Happy at the beach
Happy at the beach

Am Abend kam dann das böse Erwachen. Meine Füße, ein paar Stellen an meinem Körper und meine Hände waren komplett zerstochen. Es juckte und tat weh und ich lernte auf ziemlich schmerzliche Weise Sandfliegen kennen.

Hilfe gegen Sandfliegenbisse

Auch wenn ich oben das Wort „zerstochen“ benutzt habe: Sandfliegen stechen nicht, sie ritzen die Haut auf. Und zwar nur die Weibchen.

Diese Bekanntschaft hätte ich mir gern erspart, aber nun wußte ich (für die nächsten zwei Monate) wie sich das anfühlt.

Tip: 100% reines Lavendelöl lindert die Schmerzen und hilft bei Sandfliegenstichen. Ich lernte das erst über eineinhalb Monate später, aber da der Juckreiz und die Schmerzen anhielten, war ich froh, dieses natürliche Mittel gefunden zu haben. Noch ein Tip: auch wenn es hart ist… versucht nicht zu kratzen, das macht es nur noch schlimmer. Unser absoluter Favorit ist die Wanaka Lavender Farm.

Die neugierigen Wekas

Aber wir erlebten mehr im Abel Tasman Nationalpark. Am Abend sahen wir den Ersten. Einen Vogel, den wir so noch nicht gesehen hatten! Einen Weka! Wekas sind neugierige Vögel und kommen ohne Scheu nah an einen ran. Wir waren hin und weg und dachten, das wäre etwas sooo Seltenes! Begeistert schielten wir aus dem Camper und sahen, dass der Weka mindestens genauso interessiert zu uns schielte. Er tapste sogar direkt auf unseren Camper zu und wäre fast noch reingekommen, wahrscheinlich auf der Suche nach Futter. Im Laufe unserer Süd-Insel-Rundfahrt sollten wir dann noch mehr dieser Weka-Bekanntschaften machen.

Weka spotted
Weka spotted

Ich geh nur spazieren

Auch wenn wir nur eine Nacht im Abel Tasman Nationalpark hatten, haben wir diese Zeit in vollen Zügen genossen. Ich hatte Sandfliegen kennengelernt, wir hatten Wekas in Aktion beobachtet und uns natürlich an der wunderschönen Bucht und dem Blick aufs Meer berauscht.

Sunny Abel Tasman National Park
Sunny Abel Tasman National Park

Die Wettervorhersage verhieß nichts Gutes und wir wollten die kurvigen Straßen lieber halbwegs trocken runterfahren und machten uns daher zeitig auf den Weg.

Wie sollte es anders sein, nach einer kurzen Weile fing es das Schütten an. Wir fuhren vorsichtig weiter und wie aus dem Nichts sahen wir am Straßenrand einen älteren Mann, der mit seinem Regenschirm bewaffnet, die Straßen des Berges runterlief. Wir stoppten und fragten, ob wir ihn mitnehmen können. Die Antwort war der, eines typischen Kiwis: „I’m good. I’m just walking.“

Unsere Meinung:

Der Abel Tasman Nationalpark ist auf jeden Fall eines der Sachen, die man machen muss in Neuseeland. Auch wenn wir kein Wassertaxi genommen haben und auch keinen Hike unternahmen, hat uns die Bucht umgehauen. Nach so viel Regen war der Strand mit dem blauen Himmel eine Wohltat. Und wenn es dich dahin verschlagen sollte, und du mit dem Gedanken spielst, mehr zu sehen, kannst du auch direkt von diesem Strand aus ein Wassertaxi in eine andere Bucht nehmen. Und so noch mehr der Schönheiten des Abel Tasman Nationalparks entdecken.

Bye Abel Tasman Nationalpark
Bye Abel Tasman Nationalpark
Wondering how close he will come
Wondering how close he will come
Hungry Seagull
Hungry Seagull
Abel Tasman National Park and its mussels
Abel Tasman National Park and its mussels

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