Ein besonderes Erlebnis – Orang-Utans

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Orang-Utans in freier Natur zu sehen ist ein langgehegter Traum von uns und schien vor ein paar Monaten noch so weit weg wie der Mars zur Erde. Wir hätten nicht wirklich gedacht, dass dieser Wunsch unserer Bucketlist so schnell in Erfüllung gehen würde. Wir hatten nichts geplant, nur den Flug gebucht und sind in Medan, Sumatra aufgeschlagen. Nach ein paar Tagen voller Ruhe und süßem Nichts-Tuns, hatten wir schließlich einen guten Kontakt, der uns unseren Traum ermöglichen sollte. Wir fuhren nach Bukit Lawang um Orang-Utangs zu sehen! Das war ein ganz besonderes Erlebnis!

Die Fahrt

Die Fahrt war holprig, aber interessant. Wenn man westliche Ordnung (und den Verkehr dort) gewohnt ist, erscheint einem hier erstmal alles abenteuerlich und neu.

Wir kamen vorbei an saftig grünen Reisterrassen, völlig überladenen Rollern, Autos und Mopeds, die kreuz und quer fuhren, und alles war irgendwie chaotisch, aber funktionierte.

In Deutschland hätte es wahrscheinlich Unfälle gegeben, aber hier löst man einfach alles mit viel Gehupe. Handzeichen helfen auch. Und wer schneller ist, ist klar im Vorteil.

Angekommen in Bukit Lawang

In Bukit Lawang angekommen, erwartete uns erstmal eine nicht so schöne Überraschung.

Unser Zimmer, das wir extra mit Klimaanlage gebucht hatten, war so heiß, dass nicht daran zu denken war, sich drin aufzuhalten, geschweige denn zu schlafen.

Draußen war es ein wenig kühler, aber mit dem Wissen, dass es hier Schlangen, giftige Raupen, etc. gibt, wollten wir nicht wirklich mit offenen Türen und Fenstern schlafen.

Eine schöne Überraschung gab es aber dennoch an diesem Abend: Lilik, einer der Tourguides von der Ecolodge besuchte uns, womit wir nicht gerechnet hätten.

Wir hatten einen sehr netten Chat, er klärte uns auf, wie der Ablauf sein würde, was wir anziehen sollten, etc.

The start of the jungle trek Bukit Lawang
Ein besonderes Erlebnis - Orang-Utans
The start of the jungle trek

Keine Schlangen bitte

Natürlich bemerkte ich, dass ich lieber keine Schlangen sehen wollen würde

Nach diesem unerwarteten Besuch, gingen wir schließlich doch in unsere „Sauna“ und versuchten soviel Schlaf wie möglich zu bekommen.

The bridge to the Orangutans
The bridge to the Orangutans

Der große Tag

Die erste Nacht war wie erwartet weder erholsam noch schön und wir wachten am nächsten Morgen ziemlich gerädert auf.

Dabei sollte das unser großer Tag werden. Unausgeschlafen und anfangs noch schlecht gelaunt, hatten wir unser sehr übersichtliches Frühstück und wurden dann von unserem Guide Sugeng zur Dschungeltour direkt am Hotel abgeholt.

Carbing up
Carbing up

Sugeng ist von der Größe her nicht besonders groß. Und ihm legten wir unser Leben zu Händen. Ja, ich weiß … ich neige gern zur Dramatik. Aber wenn man meine Angst vor Schlangen und meinen nicht vorhandenen Mut bedenkt, ist das irgendwie berechtigt. Oder, was sagst du?

Sugeng
Sugeng

Im Becak, das typische Transportmittel hier, eine Art Mofa mit Beiwagen für zwei Personen, fuhren wir zur EcoLodge. Hätten wir nur hier unser Zimmer gebucht.

Ein fantastisches Bamboo Restaurant mit Blick auf den Fluss und als Bonus ab und zu die Sicht auf freche Affen, die ihren Weg hierher auf der Suche nach Futter gefunden haben.

Wir wurden mit Wasser ausgerüstet, nochmal schnell mit Moskitolotion eincremen, und schon ging es los.

Tip

Wenn ihr jemals nach Sumatra kommen solltet und diese Tour machen möchtet, wendet euch auf jeden Fall an Lilik und sein Bukit Lawang Guide Team.  Lilik’s Handy Nummer lautet +62 813 64108007 – dies ist übrigens unsere ehrliche Meinung und wir bekommen nichts dafür. Dies ist eine komplett unbezahlte Werbung

Gibt es Rainchecks auf Dschungeltreks?

Gleich am Anfang mussten wir einen steilen Weg hochlaufen. Und das bei unserer Kondition. Bucketlist und Sportprogramm in Einem. Das Wasser lief an uns nur so herunter, dabei ging es erst los.

Wir schossen die ersten Bilder und Sugeng zeigte uns die Kautschukbäume entlang unseres Weges.

Er erklärte uns, dass das Anpflanzen von Kautschukbäumen und Ölpalmen zerstörerisch sei für das natürliche Umfeld.

Obwohl beides nicht gut für die Natur ist, sagte er, dass die Kautschukbäume etwas besser seien als die Ölpalmen. Sie geben mehr kühle Luft ab und die Tiere bauen weiter ihre Nester weiter in ihnen. Auch speichern die Blätter das Wasser, was bei den Ölpalmen nicht der Fall sei, so dass die Tiere die Blätter essen können.

Wir liefen weiter, viel viel besser gelaunt, hofften wir bald Orang-Utans zu sehen.

Wir haben das nicht gebucht..

Während wir bergab über Stock und Stein liefen, dachte ich bei mir, hoffentlich sehen wir keine Schlangen. Das ist echt das Letzte, was ich sehen möchte.

In diesem Moment stoppt Sugeng und sagt: „Wait. Snake. A little bit poisonous.”

Waaas?!

Und da saß sie. Wir hätten sie wahrscheinlich nie gesehen. Eigentlich hübsch, schwarz, etwas schillernd mit einem roten Kopf. Sugeng nimmt mein Handy um für uns Bilder zu schießen und ich denk nur, geh nicht zu nah ran, geh nicht zu nah ran, geh nicht zu nah ran.

Red-headad krait
Red-headad krait

Er läuft um sie rum und macht Zeichen, dass wir einzeln langsam ihm folgen sollen. Echt jetzt?

Kann man nicht wie im Golf einen raincheck haben und einfach das Ganze am nächsten Tag nochmal ohne Schlange probieren?

So mutig

Hilft alles nichts und ich muss vorbei. James fragt, ob er zuerst gehen soll, aber dann bleib ich zurück und das will ich nicht. Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und lauf langsam an ihr vorbei, immer beobachtend, ob sie sich eventuell doch bewegt.

Dann ist es geschafft und James folgt, ohne großen Aufhebens und wir setzen unsere Route fort.

Die Bilder, die Sugeng aufgenommen hat, schau ich mir erst viel später an.

Es ist soweit

Der Schweiß läuft nur so an uns runter, aber wir laufen tapfer weiter und werden dafür bald belohnt.

Noch ein paar Schritte und wir sollen unseren ersten Orang-Utan sehen!

Wir sehen wie Blätter von oben runtersegeln. Ein Zeichen, dass im Baum ein Orang-Utan sitzt… Und Sugeng hat Recht. Ein Weibchen mit seinem Baby! Obwohl sie nicht ganz so nah sind, können wir doch ein paar Blicke erhaschen und vergessen fast das Fotografieren. Ein Glücksmoment für uns.

Nach einiger Zeit zogen wir weiter und sahen eine ganze Gruppe Makaken.

Ganze Familien. Die Kleinen alberten rum, schubsten sich gegenseitig von Baumstämmen und jagten einander. Wie Kinder eben sind…

Macaques playing
Macaques playing

Die Eltern kamen neugierig an und beäugten die Rucksäcke. Hielten aber alle ausreichend Abstand. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass die Guides von Bukit Lawang die Tiere nicht füttern. Wir hatten im Vorfeld gelesen, dass einige Guides das wohl tun, konnten es aber selber nicht beobachten.

James in action
James in action

Glücklich zogen wir weiter. Eine Schlange, ein Orang-Utan mit Baby und eine Horde voller Makaken.

Gute Ausbeute in der ersten Stunde.

Was uns dann erwartete war ein sehr schweißtreibender Hike, es ging teilweise richtig steil aufwärts, dann wieder runter, und das bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit.

Doch unsere nächste Belohnung wartete geduldig in den Baumwipfeln. Ein junger männlicher Orang-Utan! Er hing gechillt an einem Ast und schaute auf uns runter.

Ich muss an dieser Stelle nochmal sagen, wie absolut glücklich wir an diesem Tag waren. Diese Tiere in freier Natur zu sehen, war und ist einfach unbeschreiblich.

Orang-Utan
Orang-Utans in freier Wildbahn

Unvergessliche Momente

Und während ich das hier schreibe, habe ich mein Handy am Laptop angelehnt und schau mir die Videos und Bilder nebenbei nochmal an. Was für ein unvergesslicher Tag!

Der junge Orang-Utan musste niessen und reibte sich die Nase…. Als ob es ihn gekitzelt hätte. Was für ein Schauspiel für uns!

Dieses Mal ließen wir es uns nicht nehmen, ein zwei Selfies mit ihm zu machen Auch, wenn wir schrecklich ausschauen. Seht  ihr in links oben im Bild?

Selfie time with an orangutan
Selfie time with an orangutan
Orang-Utans in freier Wildbahn

Wir laufen weiter oder die geweckte Jagdlust

Sugeng meinte, wir sollten weitergehen und wir folgten brav. Irgendwie hatten wir nun Feuer gefangen und unsere „Jagdlust“ war geweckt. Wir wollten unbedingt noch mehr sehen.

Und da sass er. Ein süßer Thomas’s Leaf Monkey. Wie ein süßer Punk mit seiner Friseur.

Thomas Leaf Monkey
Thomas Leaf Monkey

Schon ging es weiter und wir sahen… Genau. Noch einen Orang-Utan. Wir im Glücksrausch!

Wir setzten uns hin, einfach um diesen Moment für immer in uns aufzunehmen. Lange passierte nichts, und dann entschloss er sich, weiterzuziehen. Und wir taten es ihm gleich. Noch ein Thomas’s Leaf Monkey und ein Rascheln im Gebüsch.

Da lief tatsächlich ein Pigtailed Makake auf mich zu! Da ich gerade am Fotografieren war, hatte ich nicht gemerkt wie nah er schon zu mir gekommen war. Aber er hatte zum Glück kein Interesse an mir und zog weiter.

Pigtailed Macaque
Pigtailed Macaque

Das ging zum Glück daneben

Die Dschungeltour an sich war schon sehr interessant und wir fühlten uns ehrlich gesagt wie zwei echte Abenteurer. Der Hike dauerte etwas länger bis wir den nächsten Orang-Utan sahen. Und auch, wenn ich nicht jeden einzelnen Primaten, den wir sahen, aufzählen möchte, ist dieser hier besonders, weil er uns so zum Lachen brachte.

Gelächter…

Wir setzten uns wieder hin um in voll bewundern zu können. Es schaut so spielend aus, wenn Orang-Utans in den Bäumen hängen und sich von Ast zu Ast hangeln. Dieser Jung-Orang-Utan hatte beschlossen, direkt über uns Halt zu machen. Ich war begeistert und schaute zu James rüber als ich just in dem Moment sah, wie sich sein Gesicht veränderte, er aufsprang und „Oh boy“ rief.

Gerade noch rechtzeitig konnte ich es ihm gleichtun, denn unser Orang-Utan, der über unseren Köpfen hing… nun ja… er hatte ein Bedürfnis und ließ es laufen…

Orangutan hanging over us
Orangutan hanging over us
Orang-Utans in freier Wildbahn

Es muss sehr lustig ausgesehen haben, denn die Gruppe mit Guides, die zu dieser Stelle angekommen waren, brachen in herzhaftes Gelächter aus in das wir mit einstimmten.

Wir haben an diesem Tag noch mehr Affen gesehen, sind noch mehr gelaufen, hatten ein fantastisches Essen im Dschungel und frische Früchte und das Wichtigste: ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden!

Unforgettable to see the orangutans
Unforgettable to see the orangutans
Orang-Utans in freier Wildbahn

FAKTEN

Wie komme ich nach Bukit Lawang?

Von Medan nach Bukit Lawang sind es, je nach Verkehrslage ca. 3-4 Stunden.

Wir hatten uns für Grab entschieden und zahlten um die 300.000,00 Rp. einfach. Wir haben uns die Nummer vom Fahrer aufgeschrieben, da es von Bukit Lawang aus kein Grab gibt.

Da wir jedoch spontan früher abgereist sind, und es bereits spät am Nachmittag war, haben wir den normalen Preis für einen Privatfahrer zahlen müssen. Der ist 600.000,00 Rp.

Wir wollten nicht nachts fahren und konnten auf diese Weise gleich aufbrechen.

Wo buche ich die Dschungeltour?

Wir empfehlen Bukit Lawang Guides und die EcoLodge.

Ihr könnt Lilik via WhatsApp anschreiben, er organisiert dann gern alles für euch.
Lilik’s Handy Nummer lautet +62 813 64108007.

Was kostet ein Dschungeltrekking?

Wir hatten uns für eine reine Full-Day-Tour entschieden ohne Rafting am Ende und haben pro Person 750.00,00 Rp. gezahlt. Das River Rafting ist ca. 10,00 EUR pro Person mehr. Das River Rafting macht Spaß und du solltest es ausprobieren. Der Grund, warum wir zurückliefen war, weil wir dachten auf diese Weise mehr Orang-Utans zu sehen. Wir wußten nicht, dass man auch Orang-Utans am Fluß sehen kann, wie uns später jemand erzählt hat. Es gibt auch die Möglichkeit eine Nacht im Dschungel zu verbringen (2Tagestour), sowie eine 3-Tagestour mit zwei Übernachtungen. Fragt am Besten direkt nach um die aktuellen Preise zu bekommen.

Monkeys everywhere
Monkeys everywhere
Giant ants in the jungle
Giant ants in the jungle
Taking pictures in the jungle
Taking pictures in the jungle
Cute Macaque
Cute Macaque
Happy us in the jungle
Happy us in the jungle

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