Faule Tage in Medan – Willkommen auf Sumatra

Faule Tage in Medan – Willkommen auf Sumatra

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Während der letzten Tage gab es wenig zu berichten. Das hat seinen Grund… wir gönnen uns faule Tage in Medan.

Nach unserer Taiwan Backpacking Reise und ein paar heißen Tagen in Hong Kong mit Golf und Sevens, war für uns klar: wir wollen ein paar Tage am Stück an einem Ort bleiben. In einem schönen Zimmer. Wir entschieden uns für das Ibis (Preis-Leistung!) in Medan, um von hier aus unsere Sumatra Reise zu planen.

Während unseres Stopovers in Kuala Lumpur hatten wir die Liste der Orte, die wir sehen wollen, schon zusammengestellt, die Frage war nur noch, wo fangen wir an und wie lange bleiben wir je Ort.

Angekommen in der Nacht, haben wir an unserem ersten Tag erstmal ausgeschlafen. Dann genossen wir ein echt gutes Frühstück und hatten nur Wäsche waschen auf unserem Plan.

Wir blutigen Anfänger! Bei gefühlten 100 Grad sind wir erstmal losgewatschelt, um zu schauen, ob hier ein Wäschesalon in der Nähe ist.

Nach ungefähr 15 Minuten Fußmarsch in der prallen Sonne wurden wir fündig.

Wir liefen den ganzen Weg zurück ins Hotel, holten unsere Wäsche und liefen nochmal los und hatten endlich wieder frische Sachen zum Anziehen. Das war auch bitter nötig, vor allem jetzt, nachdem unsere letzten sauberen Sachen pitschnass geschwitzt waren.

Successfully back at the hotel with fresh laundry
Successfully back at the hotel with fresh laundry

Ist das ein Weg?

Wer schon mal in Medan war, weiß, dass es hier nicht wirklich Fußgängerwege gibt. Das, was als Weg da ist, ist voll mit Stolpersteinen und riesengroßen Löchern im Asphalt. Man muss immer brav aufpassen, dass man nicht stolpert, wo reinfällt, von einem herabhängenden Stromkabel getroffen wird, oder von einem Moped erfasst wird. Die fahren nämlich gern mal eben über den sogenannten Bürgersteig.

A normal walking path in Medan
A normal walking path in Medan

Das ist hier völlig normal und bei dem chaotischen Verkehr auch irgendwie nachvollziehbar.

Nur für Touristen, die mit knallvollen Wäschetüten durch die Straßen jonglieren, noch etwas ungewohnt und schwer. Vor allem, wenn durch die Hitze das Hirn irgendwo auf der Strecke geblieben ist.

Wir haben es trotz aussetzendem Gehirn und Verkehrsschwindel zur Wäscherei geschafft, haben sogar ein Warung (ein kleiner Imbiss/Restaurant) in der Nähe gefunden, wo wir für umgerechnet 3 Euro gut gegessen haben und sind auch wieder heile mit sauberer Wäsche im Hotel angekommen.

Nachdem wir um die Ecke noch einen Geldautomaten und einen Supermarkt gefunden hatten, waren wir bereit für Sumatra und unsere kommenden Tage in Medan.

Die Hackers of Sumatra

Am Abend waren wir in einem „Western Restaurant“, wo meist wohl Expats hingehen.

Natürlich waren die Preise entsprechend, aber wir wollten nicht wirklich nochmal los und uns der Schwüle und dem Verkehr hingeben. Wir sind ja schließlich “slow travel” und mögen es gemütlich.

James hatte schon seit Wochen Lust auf Spaghetti Carbonara, was bei ihm auf dem Tisch landete, und ich bekam endlich meinen gesunden (wenn auch sehr kleinen) Salat.

Healthy salad
Healthy salad

Und dann laufen tatsächlich zwei Typen mit Golftaschen an unserem Tisch vorbei. What?!

Es versteht sich von selbst, dass wir sie ansprachen. Hätten wir sie nicht angesprochen, hätten wir nie eine Gruppe von Auswanderern kennengelernt. Den „OP Hackers of Sumatra“! Wobei OP für Old People steht. Wie genial!

Schnell waren Nummern ausgetauscht und ein Treffen zum Golfen ausgemacht. Wie einfach alles sein kann!

Ein paar Tage später kamen wir alle nochmal zusammen.

The Hackers of Sumatra
The Hackers of Sumatra

Die Odysee

Am nächsten Tag sind wir erstmal mit Grab, einer Art Uber, zu der Cambridge Plaza gefahren, um eine Sim Card für unsere Handys zu kaufen.

Wir wollten danach noch golfen gehen, aber was an sich eine einfache Sache ist, hat sich als langwierig herausgestellt.

Nachdem wir die Sim Cards gekauft hatten, fing unsere Odysee an. Anscheinend ist James‘ Handy nicht entsperrt, obwohl uns beim Kauf in Deutschland gesagt wurde, dass wir unser Samsung (Werbung-nicht Werbung) auch im Ausland benutzen können.

Meines funktioniert… aber seines eben nicht. Langer Rede kurzer Sinn. Wir wurden von A nach B nach C geschickt und unzählige Fahrten und Stunden später und dem Versprechen vom Service Center von Samsung angerufen zu werden (wir warten heute noch auf den Rückruf), sind wir nachmittags unverrichteter Dinge wieder im Hotel zurück gewesen.

Als Belohnung sind wir in den erfrischenden Pool im Hotel gesprungen und haben den Abend gemütlich auf unserem Zimmer ausklingen lassen.

Wir fühlen uns wohl

Und während in Taiwan uns alle mit einem Lächeln und „Welcome in Taiwan!“ begrüßten, ist es hier mit einem Lächeln und „Where are you from?“.

Wir mögen vielleicht wie ein ausgeleierter Plattenspieler klingen, aber…. Die Menschen, die wir bislang kennengelernt haben, sind so supernett!  Und wir haben schon eine Schwester, eine Tochter, einen Sohn, eine Cousine….

Wenn ihr die Einwohnerzahl von der Hauptstadt Sumatras googelt, kommt 2 Millionen raus. Aber lt. Anwohnern hier ist das nur Zahl des Kerns von Medan. Insgesamt sollen es wohl 6 Millionen Einwohner sein.

Entsprechend ist der Verkehr. Und obwohl wir sonst sehr gern laufen, nehmen wir seit dem zweiten Tag bereits fleißig die Dienste von Grab in Anspruch. Auf diese Weise laufen wir keine Gefahr, überfahren zu werden (die Straße zu überqueren grenzt hier an Suizid), und kommen einigermaßen trocken am Ziel an.

Golfen in Medan

Am Freitag trafen wir dann übrigens die OP Hackers of Sumatra und bespielten den Bukit Barisan Golf Course.

Die Greenfee war gerade mal um die 15 Euro, inklusive Golfcart! Ein Caddy (hier obligatorisch pro Person) kam gerade mal auf 10 Euro.

Wie der Golfplatz war, könnt ihr irgendwann wie immer unter Quick Pars nachlesen. Nur soviel von mir: trotz viel Sonnencreme haben wir uns (besonders ich) einen Sonnenbrand geholt und waren nach dem Golfen ziemlich kaputt. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Kopfschmerzen auf unserem Zimmer. Wir hätten es langsamer angehen sollen und nur 9-Loch spielen. Aber wie das halt so ist…

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Kopfschmerzen auf unserem Zimmer. Wir hätten es langsamer angehen sollen und nur 9-Loch spielen. Aber wie das halt so ist…

Die gemeinsame Runde im Restaurant Roland’s haben wir daher leider schnell verlassen. Aber wer in Medan sein sollte und Lust auf deutsches Essen hat, kann hier mal vorbeischauen. Es gibt sogar Rindsrouladen.

Gegessen haben wir nicht, aber es hat alles einen guten Eindruck gemacht.

19th hole
19th hole

The Voice

Der Samstag fing gemütlich an, mit einem erneuten ausgiebigen Frühstück. Unser Plan war, ein paar Stunden im Restaurant an unseren Blogbeiträgen zu arbeiten, Bilder zu speichern und zu bearbeiten.

A good start to the day
A good start to the day

Nur hatten wir nicht bedacht, dass an diesem Tag die Auditions für „The Voice of Indonesia“ stattfinden.

Wir schmissen unsere Pläne um und schauten uns das Ganze mal an.

Ganz ehrlich, wenn ich bei so etwas mitmachen würde, ich wäre sowas von nervös! Hier bekamen wir aber von allen Seiten strahlende Gesichter zu sehen und freundliches Nicken.

Puttering around the World with Antonio
Puttering around the World with Antonio
David
David

Wir lernten David kennen, der bei einer Radio Station arbeitet und bei den Auditions aushilft. Ihm haben wir es zu verdanken, dass wir sogar einem der Kanditaten zuhören durften.

Hoffentlich haben wir ihn nicht nervös gemacht und er ist eine Runde weitergekommen!

Ibis Medan Team
Ibis Medan Team

Unsere Entscheidung hier einfach mal eine kleine Pause einzulegen, bereuen wir nicht.

Wie es weiterging und ob wir doch noch ein paar Sights geschafft haben, könnt ihr hier lesen.

Liebe Grüße aus Medan. Und „Horas“, wie man hier zu Hallo, Willkommen, Wie geht’s und vielem mehr sagt.

Horas Medan
Horas Medan
Many greetings from Medan. And "Horas", which is how you say hello, welcome and how are you.
Many greetings from Medan. And “Horas”, which is how you say hello, welcome and how are you.
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