Hinterland New South Wales

Petrol Stations at the Hinterland
Hinterland New South Wales

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Nach 95 Tagen im COVID-19 Lockdown in New South Wales hatten wir wieder die Chance zu Reisen und wir hatten uns für das Hinterland von New South Wales entschieden. Es war an der Zeit wieder etwas Neues zu sehen, vor allem, weil die Reisen innerhalb des Bundeslandes schon seit fast drei Wochen erlaubt waren.

Wir hatten diese drei Wochen gewartet, weil wir sehen wollten, wie sich die COVID-19 Situation entwickeln würde. Und wir waren nicht gerade wild darauf, gleich wieder unter vielen Menschen in größeren Orten und Städten zu sein.

Da bot sich das Hinterland super an. Und so sehr es uns in Jervis Bay gefallen hatte, wir konnten unsere weitere Reise kaum abwarten. So packten wir unsere Sachen und machten Putu startklar. Am 20.06.2020 sollte es frühmorgens losgehen. Wir hatten zwei Wochen Zeit, in denen wir das Hinterland erkunden konnten, bevor wir in Sydney sein mussten.

Eine schwere Sache lag allerdings vor uns bevor wir wieder die Straßen unsicher machen konnten:

Our Family in Lockdown
Our Family in Lockdown

Wir mussten uns von unseren zwei Nachbarhunden Bear und Marley, die wir zweimal als House Sitter behütet hatten, verabschieden. In den letzten 95 Tagen waren wir fast täglich mit ihnen Gassi gegangen. Meist sogar zweimal am Tag. Wir hatten gespielt, geknuddelt und eine sehr tiefe Verbindung zu ihnen aufgebaut.

Marley and Bear
Marley and Bear
My sweet Marley
My sweet Marley

Auch die kleine Ella, ein bezauberndes Cockerspaniel-Baby von einem anderen Nachbarn, hatten wir im letzten Monat täglich ausgeführt und fest in unsere Herzen geschlossen. Und Tschüß zu sagen war mehr als hart und sehr tränenreich.

My love Ella
My love Ella

Zwei Tage an der Küste

Bevor es ins Hinterland ging, wollten wir zwei Tage länger an der Küste von New South Wales verbringen. Und da der Sommer in den Winter in diesen 95 Tagen übergegangen war, war auch ein Deckenkauf auf unserer to do Liste.

Eine Decke war schnell gekauft und so verbrachten wir die erste Nacht zurück im Camper zwischen Kiama und Shellharbour gemütlich und warm. Wir waren überglücklich über unsere wiedergewonnene Freiheit!

Unser erster Morgen bleibt uns unvergessen. Wir fuhren zu einem Lookout, von wo wir eine hervorragende Sicht auf die Cathedral Rocks hatten und frühstückten hier. Wie wir das vermisst hatten! Einfach unseren Campingtisch und -stühle aufzustellen, wo es uns gerade gefällt! Während wir Kaffee, Müsli und vor allem die Aussicht genossen, sahen wir im Meer Delphine!

Cathedral Rocks
Cathedral Rocks

Bei unserem letzten Strandspaziergang in Jervis Bay am Hyams Beach hatten wir auch Delphine gesehen. Es war eine wunderschöne Verabschiedung für uns gewesen, und jetzt hier am ersten Morgen unserer Reise wieder Delphine zu sehen, bedeutete uns sehr viel.

At Hyams Beach
At Hyams Beach
Hyams Beach
Hyams Beach

Wir erkunden die Gegend

Nach dem Frühstück ließen wir Putu stehen, und machten uns auf, die Gegend zu Fuss zu erkunden.

Wir machten Halt am Boneyard Beach, der nach einer Surfer Legende in Kiama benannt war.

Boneyard Beach
Boneyard Beach

Aber unser eigentliches Ziel war Bombo Headland Quarry. Hier hat man eine sehr gute Gelegenheit Wale zu sehen. Allerdings hatten wir kein Glück und begnügten uns so mit den wahnsinnigen Felsformationen, die sich vor uns auftürmten. Auch nahmen wir uns Zeit ein paar Fotos von Surfern am Bombo Beach, die wir von unserem Standort aus sehen konnten, zu schießen.

Bombo Headlands Rockformation
Bombo Headlands Rockformation
Bombo Headlands
Bombo Headlands
Surfer at Bombo Beach
Surfer at Bombo Beach

Hungrig von diesem Marsch gingen wir zurück zu Putu und stellten unserem Campingtisch und -stühle wieder auf die saftige Wiese. Unser Gemüse-Couscous-Topf schmeckte so viel besser in der freien Natur.

Cathedral Rocks Lunch
Cathedral Rocks Lunch

Wir fuhren nach Shellharbour und stellten fest, dass wir hier schon zuvor gewesen waren. Nur nicht am Nord-Strand, weshalb wir genau diesen ansteuerten und den Tag mit einem schönen Strandspaziergang beendeten.

North Beach Shellharbour
North Beach Shellharbour

Tourist Drive 9

Jetzt ging unsere eigentliche Reise los! Über den Tourist Drive 9, der über Moss Vale führt, wollten wir ins Hinterland von New South Wales! Wir waren aufgeregt und freuten uns so sehr, was vor uns lag.

Wir fuhren bis Goulburn, wo wir den Big Merino fotografierten, hielten uns aber nicht weiter auf. Der Big Merino ist ein gigantisch großes Schaf vor einem Merino Geschäft, das regelmäßig von Durchreisenden fotografiert wird, und so zu einer Art Touristen Attraktion geworden ist.

Big Merino
Big Merino

Gunning war unser letzter Halt für diesen Tag.

Je weiter wir fuhren, desto weniger Verkehr kam uns entgegen und die Ortschaften wurden kleiner. Das gefiel uns und gab uns einen guten Vorgeschmack auf die kommenden Tage.

In Gunning hatten wir einen schmecklichen* Kaffee im Merino Cafè und machten uns relativ zeitig auf dem kostenlosen Showground nahebei bequem. Es war ruhig, etwas, was wir nicht oft haben, da wir meist an kostenfreien Raststätten nächtigen. Diese liegen direkt oder in unmittelbarer Nähe zur Autobahn und man hört die nächtlichen LKW’s vorbei brummen.

*schmecklich ist eine Worterfindung meines lieben Mannes. Alles, was gut schmeckt ist “schmecklich”. Weil die Deutschen gern ein “-lich” ans Wortende packen und weil es kürzer als “Das schmeckt mir.” ist.

Gunning
Gunning
Gunning Mural
Gunning Mural

Der nächste Morgen lief ähnlich wie am Vortag ab, nur ohne spektakuläre Aussichten. Nach unserem Frühstück fuhren wir los, hielten kurz in Yass, und tuckerten nach einer Dusche an einer Tankstelle schnell weiter.

Im Winter wird es hier sehr schnell dunkel und wir versuchen Fahrten im Dunkel, bzw. bei Dämmerung zu vermeiden. Morgengrauen und Dämmerung sind die gefährlichsten Zeiten für Autofahrten, da die Wildtiere aktiv sind. Während unserer Reise durch Australien haben wir so viele tote Kängurus am Wegrand gesehen. Das ist so traurig. Deshalb waren unsere Tage immer sehr kurz, und wir versuchten bereits um 17 Uhr an unserem Schlafplatz anzukommen.

Der King in Parkes

Schon mal von Parkes gehört?

5 Stunden von Sydney und drei Stunden von Canberra entfernt, entlang des Newell Highway’s (NSW’s Hauptroute im Inland), liegt Parkes.

Das Wiradjuri Volk lebte hier seit mehr als 40.000 Jahren und ihre Kultur ist immer noch in der Gemeinschaft erhalten. Die Sprache z.B. wird in den lokalen Schulen gelehrt.

Aber aufmerksam geworden auf Parkes sind wir wegen zwei anderen Sachen.

Wir hatten gelesen, dass es hier ein Elvis Presley Museum gibt und jährlich Elvis Festivals veranstaltet werden!  Das Festival findet im Januar statt und die kleine Ortschaft wird mit über 25.000 Fans überflutet. Meist Aussies, die sich als Elvis verkleiden.

We made it to the Elvis Museum
We made it to the Elvis Museum

Da es schon spät am Nachmittag war, beschlossen wir am nächsten Tag wiederzukommen, damit wir das Museum in Ruhe besuchen konnten.

Tip: das Museum, dessen richtiger Name The King’s Castle Elvis Exhibit lautet, befindet sich im Henry Parkes Center. Es gibt kostenfreie Parkplätze und der Eintritt kostet $10 p.P. Das Parkes Motor Museum ist in diesem Preis inkludiert.

Elvis Museum
Elvis Museum
Elvis Sunglasses
Elvis Sunglasses
Motor Museum
Motor Museum

Putu und seine großen Brüder

Die Nacht verbrachten wir wieder an einer Raststätte und es war dieses Mal wirklich laut! In der Nacht wachten wir auf, weil wir komische Geräusche gehört hatten. Was war das nur? War jemand in Gefahr? Ein Krächzen, dann etwas wie schnelle Schritte und dann ein undefinierbares Geräusch. Erst trauten wir uns nicht aus dem Fenster zu schauen. Dann wurden wir etwas wacher und mutiger. Aber aus der angelaufenen Scheibe war nichts zu erkennen. Sollten wir rausgehen? Während wir unsere Optionen abwägten, hörten wir wieder diese Geräusche. Kühe???

Wir lugten aus dem Camper und sahen LKW’s mit Schafen und Kühen. Etwas peinlich berührt, weil wir doch etwas Angst bekommen hatten, konnten wir am Ende doch sehr darüber lachen.

Allerdings war das Erlebnis in Neuseeland, wo wir inmitten von freien Kühen aufgewacht waren, uns doch lieber gewesen.

Nach einer unruhigen Nacht wachten wir am nächsten Morgen unausgeschlafen auf, und sahen Putu eingeparkt zwischen großen LKW’s. Leider war ich zu müde und habe nicht daran gedacht, ein Foto zu machen. Denn das sah wirklich lustig aus. Unser kleiner Camper Putu, eingekeilt zwischen seinen großen Brüdern, den LKW’s.

CSIRO Parkes Radio Telescope

Ein anderes Highlight, das Parkes zu bieten hat, ist The Dish! Oder auch CSIRO Parkes Radio Telescope genannt.

CSIRO
CSIRO

Nur 20 km nördlich von Parkes liegt dieses einmalige Wahrzeichen Australien’s.

Das Teleskop wurde 1961 erbaut und hat einen Diameter von 61 m. Es ist kein Teleskop, durch das man schaut. Vielmehr werden Signale, sogenannte Radiowellen, die von Computern mit Hilfe des Teleskops gesammelt werden, in Bilder umgewandelt.

Auch, wenn „The Dish“ keine NASA Anlage ist, hilft und unterstützt sie regelmäßig die NASA.

Wusstest du, dass zwei der bedeutendsten Sätze in der Luftraumfahrt „One small step for man…“  und “Houston, we have a problem.” durch genau dieses Teleskop gesendet wurden?!

Leider war „The Dish“ aufgrund von COVID-19 für die Öffentlichkeit geschlossen, wie so vieles, was wir machen und sehen wollten. Zumindest konnten wir es von außen sehen.

The Dish
The Dish

Nicht zu vergessen, die zwei Kängurus, die wir dort gesichtet haben. Und falls du jetzt sagst, wie langweilig, ihr habt doch schon so viele Kängurus gesehen: mag sein, aber hier haben wir unseren ersten Joey (ein Baby-Känguru) in freier Wildbahn gesehen!

The Dish and Joey
The Dish and Joey

Bevor wir uns zur nächsten Stadt machten, hielten wir noch kurz im Zentrum von Parkes.

An der Hauptstraße bewunderten wir einige, der Arbeiten des lokalen Künstlers Jac Clark, der die charakteristischen Elemente der Region an den Hauswänden verewigt hat. Die Public Art Trail zeigt Bilder von Elvis (natürlich), Priscilla Presley, einem Astronauten, etc..

Parkes Street Art
Parkes Street Art

Tip: vergiß nicht dein Selfie mit dem King im nahegelegenen Cooke Park.

The King
The King

Nach so viel Elvis, war es an der Zeit für eine Abwechslung.

Good Bye Elvis
Good Bye Elvis

Take a chance on me

Ca. 55 km nord-westlich von Parkes liegt Trundle. Und was hat „Take a chance on me” mit Trundle zu tun? Richtig! Trundle ist berühmt für sein jährliches ABBA Festival! Jedes erste Wochenende im Mai steht das kleine Dorf ganz im Zeichen der schwedischen Band.

Als wir in Trundle ankamen, gingen wir erstmal im Butchers Brew Coffee einen Kaffee trinken. Es ist das einzige Cafe in Trundle und der Kaffee schmeckt erstaunlicherweise sehr gut!

Trundle Cafè in the Hinterland
Trundle Cafe

Es gibt eine Hauptstraße, links und rechts eingezäumt von ein paar Geschäften. Es scheint als hätten die meisten die letzten Coronavirus-Monate nicht überlebt. Wir sehen viele leere Räume. Die Straße ist kaum befahren, ganz klar, in Trundle steppt der Bär im Mai, nicht aber in den restlichen Monaten.

Während wir uns die zwei Hauptsehenswürdigkeiten anschauen, komme ich nicht umhin den Song „Take a chance on me“ vor mich hinzusummen. Sogar jetzt ist die in der Luft liegende Abba Atmosphäre ansteckend.

Die Hauptsehenswürdigkeiten

Forbes Street ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten. Es ist mit seinen 60 Metern eine, der weitesten Hauptstraßen in Australien. In einer Broschüre lesen wir, dass Trundle eine typisch ländliche Stadt ist.

Trundle Widest Street
Trundle Widest Street

Die andere Hauptsehenswürdigkeit liegt ebenfalls direkt vor unserer Nase: das Trundle Hotel, historisches Wahrzeichen, erbaut im Jahr 1909, mit einer 87 m langen Holz-Veranda. Das ist somit einer, der längsten hölzernen Verandas in ganz Australien. Wir hätten Australien nicht verlassen können, ohne dies gesehen zu haben! ?

Trundle Hotel
Trundle Hotel

Da es langsam dunkelt, machen wir uns auf den Weg zurück zu Putu. Wir hatten am Trundle Golf Club geparkt und beschließen ganz rebellisch die Nacht einfach hier zu verbringen. Dann haben wir es am nächsten Morgen auch nicht weit für unsere Runde Golf. Mir geht der ABBA Song wieder durch den Kopf.

„We can go dancing

We can go walking

As long as we’re together

Listen to some music

Maybe just talking

You’d get to know me better

’cause you know I’ve got

So much that I wanna do

When I dream I’m alone with you

It’s magic”

Es ist 17 Uhr, wir ziehen unsere Gardinen im Camper zu. Und ein weiterer schöner Tag neigt sich dem Ende.

Putu at Trundle
Putu at Trundle

Das Zentrum von New South Wales

Bevor wir Trundle verlassen, spielen wir eine Runde Golf. Wir haben sehr gut geschlafen, wir sind ausgeruht und glücklich. Auf Golfplätzen fühlen wir uns einfach sehr wohl. Als wir unsere Runde beenden, kommt uns Jenny entgegen. Mit ihr haben wir am Tag zuvor telefoniert, um rauszufinden, was eine Runde Golf hier kostet und wo wir das Geld hinterlegen können, da wir keine Honesty Box finden konnten. Wir plaudern sehr nett mit ihr. Diese Orte, die wir eigentlich nicht auf unserer Liste hatten, entpuppen sich als tolle Plätze. Sie gibt uns noch einen Tip mit auf den Weg. „Besucht unbedingt Lightning Ridge! Da gibt es Opal-Minen.“ sagt sie. Wir bedanken uns und fahren weiter.

Trundle Golf Club
Trundle Golf Club

In Tottenham beschließen wir anzuhalten und eine Vesperpause einzulegen. Auch hier in der Ortschaft fühlt es sich an als wäre die Welt stehengeblieben. In wenigen Minuten haben wir alles gesehen. Und freuen uns über eine Sache besonders. Ohne es zu wissen, haben wir unseren Stop im Zentrum von New South Wales eingelegt!

Geographisch gesehen.

Tottenham The Center of New South Wales
Tottenham The Center of New South Wales

Mehr Orte im Hinterland

Wir sind mittlerweile auf den Geschmack gekommen und freuen uns mehr vom Hinterland New South Wales zu sehen.

Putu exploring the Hinterland
Putu exploring the Hinterland

Auch wenn die kleinen Orte sich sehr ähneln, der Weg ist das Ziel. Wir sehen stundenlang nichts als Natur, schreihalsige Kakadus and schillernde Papageien.

Birds of Australia
Birds of Australia

Wir beschließen die Nacht in Nyngan zu verbringen. Nyngan ist ein sehr süßer Ort mit genau drei Sehenswürdigkeiten: Big Bogan, Railway Museum und dem Sheep Shed.

Nyngan Big Bogan
Nyngan Big Bogan
Railway Museum Nyngan
Railway Museum Nyngan
Nyngan Sheep Shed
Nyngan Sheep Shed

Wir bummeln entlang der Hauptstraße und laufen dann zurück zum Parkplatz, der als freier Campground ausgezeichnet ist.

Putu in Nyngan
Putu in Nyngan

Dort zieht ein knallroter VW Bus unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wir nähern uns und lernen Jim kennen. Ein Rentner, der in seinem Camper sieben Jahre durch Australien gereist ist. Wir unterhalten uns sehr nett und er empfiehlt uns nach Lightning Ridge zu fahren. Die zweite Person an einem Tag, der sagt, wir sollten nach Lightning Ridge fahren! Wir hatten zuvor nichts von Lightning Ridge gehört und jetzt gleich zweimal am selben Tag. Warum nicht, denken wir. Es ist schön wieder spontan sein zu können. Wir verwerfen unseren Plan nach Cobar zu fahren und steuern am nächsten Tag Lightning Ridge an.

Nyngan Sunset
Nyngan Sunset

Ein Stop dazwischen

Auf dem Weg nach Lightning Ridge, kommt ein kleiner Aufschrei von James: „Dort ist ein Golfplatz um eine Pferderennbahn!“.  Wir haben es gerade mal nach Coonamble geschafft und legen schon einen Stop ein. Aber an diesem Golfplatz kommen wir natürlich nicht vorbei! Wir spielen 9-Loch und zahlen ganze 5$ Greenfee! Spektakulär. Neben dem Coonamble Golf Club ist auch ein Jockey Club, wo wir uns für die Nacht hin parken.

Und neben dem unerwarteten Stop und dem Riesenspaß auf dem Golfplatz, erwartet uns ein weiteres Highlight in der Nacht: wir sehen die Milchstraße mit tausend funkelnden Sternen und das Kreuz des Südens (Southern Cross). Dieses Sternenbild hat eine ganz besondere Bedeutung für uns, da wir es das erste Mal auf unserer Hochzeitsreise auf Mauritius gesehen haben.

Putu at Coonamble
Putu at Coonamble
Coonamble Watertower
Coonamble Watertower

Unbekannte Straße

Heute fahren wir definitiv nach Lightning Ridge! Wir passieren wieder endloses Nichts und erfreuen uns am blauen Himmel und den wechselnden Landschaftsbildern.

Hinterland drive
Hinterland drive
On the road Hinterland New South Wales

Unser GPS gibt uns an, wo wir uns gerade befinden: „unbekannte Straße“ heißt es. Wir sind im echten Hinterland von New South Wales, wohooooo!

Die Straßenverhältnisse sind überraschenderweise sehr gut. Mit runtergefahrenen Fenstern lassen wir uns den Fahrtwind um die Nase wehen. Aus dem Lautsprecher dröhnt „The Passenger“ von Iggy Pop. Wie passend! „I am a passenger. And I ride and I ride..”.

Beautiful Hinterland of New South Wales
Beautiful Hinterland of New South Wales

Lightning Ridge

Opal Mines
Opal Mines

Wir sind in Lightning Ridge angekommen.

Es ist so touristisch hier, das sind wir gar nicht mehr gewohnt. Im ersten Moment sind wir etwas überfordert. Nach den menschen-und autoleeren Straßen ist das hier eine gewaltige Umstellung. Man darf nicht vergessen, dass wir vor Beginn unseres Roadtrips im Lockdown in Jervis Bay waren und für über drei Monate sehr isoliert gelebt haben. Mal schauen, ob wir uns an die vielen Menschen gewöhnen können. Und: wie wird das, wenn wir wieder in einer großen Stadt wie Sydney sind?!

Lightning Ridge ist berühmt für seine Opal Minen. Hier wurde der größte Black Opal gefunden. Wert: über 6 Millionen Dollar! Seitdem versuchen viele ihr Glück in Lightning Ridge zu finden und eine regelrechte Jagd nach den Steinen ist in vollem Gange.

Das Straßenschild am Ortseingang ist eines der schrulligen Sachen der Stadt. Die Population ist nur mit einem Fragezeichen ausgewiesen.

Lightning Ridge Population
Lightning Ridge Population

Denn viele sind nur zugereist, um hier den großen Reichtum zu finden, und reisen nach ein paar Jahren wieder weg. Nur wenige schaffen es und finden einen außergewöhnlichen Opal, der das große Geld bringt. Um hier zu leben muss man aus einem besonderen Holz geschnitzt sein.

Die Charakteren sind einzigartig, das wird uns gleich bewußt.

Die bunten Türen

Was bunte Türen in der Ortschaft bedeuten, erfahren wir im Information Center. Diese weisen den Weg für Touristen durch die Opalminen. Es gibt insgesamt vier Touren, die man geführt buchen oder selbst abfahren kann. Die Red, Yellow, Blue and Green Car Door Explorer Tour. Wir kaufen die kopierte Straßenkarte an der Touristeninfo für 1 $ und machen uns auf den Weg zur ersten Tour. Eine Zeile in der Beschreibung ist besonders hervorgehoben, und wir werden später wissen, warum:  drive with caution on all roads & areas!

Warning
Warning

The Red Car Door Explorer Tour

Wir steuern die erste rote Autotür an und befinden uns sogleich auf holprigen, unbefestigten Straßen. Hoffentlich kommt Putu hier heil durch!

Red Car Door Tour
Red Car Door Tour

Die rote Tour führ uns durch die Altstadt von Wallangulla (Lightning Ridge), wo die erste Besiedlung im Jahr 1906 war. Einige Hausbesitzer haben einmalige Wohnlichkeiten erschaffen. Die Tour führt entlang einiger kreativen Häuser wie Ridge Castle, Amigo’s Castle oder Bottle House.

Ridge Castle
Ridge Castle

The Yellow Car Door Explorer Tour

Die gelbe Tour mit ca. einer Stunde dauert etwas länger als die rote Tour und begleitet uns in eine fremde andere Welt. Wir sehen die Opalminen. Es sind unzählbare Löcher in der Erde, umrundet mit einem Draht zur Sicherheit, damit man nicht reinfällt oder reinfährt.

Opal Mine Fence
Opal Mine Fence
Opal Mine Exit
Opal Mine Exit

Aber die Zäune sind kaum sichtbar und wären in Deutschland so sicher nicht zugelassen. Inmitten der Opalminen sehen wir die Behausungen. Es sind meist Wohnmobile oder aus Wellblech errichtete kleine Hütten. Wahnsinn wie einige Menschen für den Traum des schnellen Geldes leben.

Lunatic Lookout
Lunatic Lookout
Digging for Opals
Digging for Opals

The Green Car Door Explorer Tour

Die gelbe Tour hat uns sehr gut gefallen und nachdem schon alle Geschäfte geschlossen haben, beschließen wir auch die grüne Tour zu machen. Diese wurde uns empfohlen, falls wir den Sonnenuntergang sehen wollen. Wir starten die Tour und sehen ein paar mehr Opalfelder. Mehr aber auch nicht. Die Straßen werden immer schlechter und wir werden in Putu hin und hergeschleudert.

Nach ca. 20 Minuten Autofahrt, was uns wie eine Ewigkeit vorkommt, kommen wir endlich am Nettleton’s First Shaft Lookout an. Gerade rechtzeitig, um den wunderschönen Sonnenuntergang zu bestaunen.

Hinterland New South Wales
Hinterland New South Wales
 Nettleton’s First Shaft Lookout
Nettleton’s First Shaft Lookout

The Blue Car Door Explorer Tour

Am nächsten Morgen nehmen wir die letzte Tour in Angriff. Mit den angegebenen 10 Minuten ist das eine relativ kurze Tour. Wir kommen wieder an Opalminen vorbei und sehen unterwegs auch einen Kakteengarten (Eintritt kostenpflichtig). An der Opal Mine Adventure Walk-In-Mine haltenwir an und beschließen uns diese Opalmine von innen anzusehen. Sie ist nur 10 Meter unter der Erde, relativ klein und es wird ein Video über die Opal-Bergleute gezeigt. Unsere Meinung: es war interessant zu sehen, aber mit 20 $ Eintritt p.P. definitiv überteuert.

Exploring an Opal Mine
Exploring an Opal Mine

Wir scherzen beim Verlassen der Mine, ob wir uns auch einen Stellplatz mieten und unser Glück im Opalgeschäft versuchen sollten.

Opal Hunters
Opal Hunters

Vielleicht hätten wir es ja tun sollen. Vielleicht hätten wir auch einen Black Opal gefunden und wären Millionäre geworden.

Miner Career
Miner Career
Watch ya Noggin Mate
Watch ya Noggin Mate
James at Work
James at Work

Die Arbeit unter der Erde ist ein harter Job. Gut, dass Lightning Ridge ein kostenfreies Thermalbad in der Stadt hat, das rund um die Uhr geöffnet hat.

Uns wurde gesagt, dass ein Besuch nach Lightning Ridge unvollkommen ist, wenn man kein Badinden Artesian Bore Baths nimmt. Wir fahren hin, entscheiden uns aber tatsächlich dagegen. Uns sind zu viele Leute im Wasser.

Bore Baths
Bore Baths

Anmerkung: wir haben es irgendwie geschafft, das Thermalbad in einem Moment zu fotografieren, als alle Leute an der Seite des Beckens waren, so dass es tatsächlich leer erscheint.

Wir schauen uns noch von außen das Cooper’s Cottage und das Bottle House Museum an, und stellen fest, dass wir alles, was wir sehen und machen wollten, bereits getan haben. Warum nicht weiterfahren, denken wir, und tun genau dies.

Coopers Cottage
Coopers Cottage
Bottle Museum
Bottle Museum

Eine erholsame Nacht

Über Coonamble geht es zurück Richtung Sydney und auf der Suche nach einem Stellplatz finden wir das Armatree Hotel im gleichnamigen Ort. Die Bewertungen sind sehr positiv, der Stellplatz ist kostenlos und es gibt sogar Trinkwasser, Toiletten und eine heiße Dusche! Das läßt unsere Camper-Herzen höherschlagen. Wir entscheiden uns hinzufahren.

Angekommen sind wir begeistert von diesem Platz. Der Campingplatz liegt auf einer sehr sauberen Grünfläche hinter dem Hotel mit weitläufigen Ausblicken auf saftige Felder.

Im Außenbereich des gemütlichen Pubs, das 2018 und 2019 als „Best Bush Pub Winner“ ausgezeichnet wurde, ist eine Terrasse mit Sitzgelegenheiten. Hier befinden sich auch die Toiletten und die Dusche. Wir freuen uns sehr, denn es ist abgeschieden, d.h. wir werden eine gute und ruhige Nacht haben. Die Sanitäranlagen sind sehr sauber und werden nachts nicht abgesperrt. Wir beschließen uns ein kühles Bier und eine vegetarische Pizza zu gönnen. Auf diese Weise wollen wir das Hotel, das so einen tollen Platz den Campern zur Verfügung stellt, unterstützen.

Delicious Pizza at Armatree Hotel
Delicious Pizza at Armatree Hotel

Tip: auch Camper, die Strom benötigen, sind hier an der richtigen Adresse. Für schlappe 10 $ bekommt man einen ausgezeichneten Platz mit Stromanschluss. Das Armatree Hotel ist auch hundefreundlich!

Armatree Hotel

Merrigal Street Armatree NSW.

Tel: +61 (0)2 6848 5805

Armatree Treat
Armatree Treat

Am nächsten Morgen genießen wir die heiße Dusche und lassen uns unseren duftenden Kaffee so richtig schmecken bevor wir weiterziehen nach Dubbo.

Was sein muss, muss sein

Ein Stopp in Gilgandra, wo wir uns Gebäude aus den 30er Jahren anschauen, ist alles, was wir vor Dubbo machen.

Architecture in Gilgandra
Architecture in Gilgandra
Gilgandra
Gilgandra
Putu in Gilgandra
Putu in Gilgandra

Denn in Dubbo selber ist Wäsche waschen, einkaufen und unsere SIM-Card aufladen angesagt. Was sein muss, muss sein.

Vor der Wäscherei werden wir erstmal Zeugen beim Drogenkauf. Die Cafés sind alle schon geschlossen. So ganz unser Ding ist die Stadt hier leider nicht und wir fahren zu unserem Stellplatz im Terramungamine Reserve.

Terramungamine Reserve
Terramungamine Reserve

Wir sind positiv überrascht, wie schön es hier ist! Der Campingplatz ist direkt am Macquarie River gelegen. Es ist zwar eiskalt in der Nacht, dafür haben wir aber einen abartig schönen Sternenhimmel und wachen zu Vogelgezwitscher am nächsten Morgen auf.

Putu at Terramungamine Reserve
Putu at Terramungamine Reserve

Wir gehen auf Safari

Heute gehen wir auf Safari! Als wir in Sydney waren, hatten wir einen Wochenend-Housesit und erfuhren dort vom Taronga Western Plains Zoo in Dubbo. Damals dachten wir, dass Dubbo zu sehr von unserem Weg liegt und wir es nie hinschaffen würden. Tja, sag niemals nie! So schnell kann es gehen und man ist an Orten, die vorher nicht auf dem Bildschirm waren. In den Taronga Western Plains Zoo kann man mit dem eigenen Auto fahren, die Idee ist, den Besuch wie eine Safari zu gestalten. Es gibt auch Fahrräder und Golfcarts, die man sich leihen kann. Wir sind mit Putu reingefahren und haben uns den ganzen Tag Zeit genommen, um die Tiere zu beobachten.

Beautiful animals at Taronga Western Plains
Beautiful animals at Taronga Western Plains

Der Zoo scheint sich sehr gut um die Tiere zu kümmern, es schaut so aus als würden sie sich sehr wohl fühlen. Der viele Nachwuchs ist für uns ein Beweis dafür. Taronga ist in mehrere Sektionen, wie z.B. Australien, Wilde Herden und Savannah unterteilt. Wir sehen Cheetas, Hippos, Elefanten, Zebras, Giraffen, Löwen und vieles mehr.

Dubbo Elephants
Dubbo Elephants

Nimm dir auf jeden Fall genug Zeit für deinen Besuch, es lohnt sich!

Tip: Die Eintrittskarten können aktuell nur online gekauft werden. Wer ein „Zoo Friend“ ist, sprich sich einen Jahrespass (99 $ p.P.) gekauft hat, kommt umsonst rein. Der Jahrespass ermöglicht weitere kostenfreie Eintritte in den Zoos von Sydney, Melbourne, Perth und Adelaide.

Öffnungszeiten:  09.00 – 16.00 Uhr

Normal Eintritt Erw.: 48$

Kosten für Fahrräder und Golfbuggies:

17$ – Standard Fahrrad ganztags

24$ – Getriebefahrrad ganztags

70$ – drei Stunden Golfbuggy

Dubbo Zoo
Dubbo Zoo

Ein weiteres Dubbo Highlight

Bis fast 16 Uhr sind wir im Zoo und erfreuen uns an den Tieren. Dann müssen wir raus, denn der Park schließt bald seine Türen. Wir haben fast zwei Stunden bis zu unserem nächsten Dubbo Highlight, das quasi um die Ecke vom Zoo liegt: das Dubbo Observatory. Wir verbringen die Zeit mit Lesen in unserem Camper und essen eine Kleinigkeit.

Dubbo Observatory
Dubbo Observatory

Es ist Winter und der Himmel verdunkelt sich bereits um 17 Uhr. Unsere Vorfreude ist groß und um 18.30 Uhr geht unsere Sterneguckerei los. Obwohl im Internet steht, dass aufgrund von COVID-19 die maximale Anzahl 10 Personen beträgt, sind überraschenderweise unwahrscheinlich viele Leute hier. Auch, wenn die Teleskope ständig mit Desinfektion gereinigt werden, steht man doch sehr nah an anderen Personen und ich wünsche uns für einen Augenblick ins Hinterland zurück.

Wir beobachten Millionen von Sternen durch die Teleskope. Wir sehen fasziniert Saturn und Titan, eines seiner Monde, als auch Jupiter mit 4 seiner Monde. Der Astronom weist uns auf Scorpio, Leo und andere Konstellationen hin. Er erklärt uns auch den Unterschied zwischen dem False Cross und dem Southern Cross. Der Southern Cross ist kleiner und hat zwei „Pointing Stars“.

Dubbo Observatory
Dubbo Observatory

Eines der Teleskope ist so eingerichtet, dass man ein Handy-Foto vom Mond machen kann. Verrückt!

Dubbo Observatory Moon
Dubbo Observatory Moon

Nach knapp über 1,5 Stunden sind fast alle Besucher weg und der Astronom, der uns mit Erklärungen durch den Abend begleitet hat, macht sogar durch das Hauptteleskop ein Foto von Eta Carinae Nebula mit unserer Kamera!

Wer uns kennt, weiß, wie überglücklich wir an diesem Tag sind.

Ein für uns unvergessliches Erlebnis!

Eta Carinae Nebula
Eta Carinae Nebula

Fast zurück

Nach einer weiteren geruhsamen Nacht im Terramungamine Reserve steuern wir Bathurst an.

Wir wollen zwei schnelle Stopps auf unserem Weg nach Bathurst einlegen. Unsere zwei Wochen seit Jervis Bay sind fast rum und wir möchten unbedingt ein bis zwei Nächte in den Blue Mountains zu verbringen, bevor es nach Sydney zu unserem nächsten House Sit geht.

Wellington ist unser erster Halt. Eine süße kleine Stadt, wo wir uns einen Kaffee genehmigen. Wir finden das Cafè Jespresso. Es ist ein 2 in 1 Geschäft mit süßen Accessories, Kleidung von lokalen Designern und sehr schönen Vintage Möbeln. Dabei sind im Laden mehrere Sitzecken eingebaut, die zum Kaffee trinken und einem Plausch mit Freunden einladen. Ein super Konzept wie wir finden!

Wellington Cafè Jespresso
Wellington Cafè Jespresso
Jespresso
Jespresso

Leider sind die Wellington Caves geschlossen. Hoffentlich bekommt die Welt diesen blöden Virus bald in den Griff.

Den Burrendong Way (tourist drive 5) über Mumbil und Stuart Town nehmend fahren wir zu der Weinerei Mortimers, die heute auch geschlossen ist. Aber die Szenerie ist sehr schön, denken wir uns und bleiben positiv. Denn… genau! Der Weg ist das Ziel.

Unser zweiter Halt ist die Stadt Orange. Sie ist größer als Wellington und die anderen Städte zuvor. Und es gefällt uns hier sehr gut. Mit den ganzen Weingütern drumherum, den vielen Geschäften und Cafès im Stadtzentrum ist Orange eine schöne Abwechslung.

Orange
Orange

Nachdem wir eine Weile durch die Hauptstraße gelaufen sind, geht es weiter nach Bathurst. Wir wissen nicht genau, wie Bathurst ausgesprochen wird, und nennen es unter uns „Bratwurst“. Wie die bekannte und sehr schmackhafte  Nürnberger Bratwurst zu Hause.

Was du in Bathurst auf keinen Fall verpassen solltest

The Australian Fossil and Mineral Museum ist eine einzigartige und riesige Sammlung von Fossilien und Mineralien. Das Lebenswerk des Sammlers Warren Somerville ist in einer ehemaligen Schule aus dem Jahr 1876 ausgestellt. Wir zahlen unsere 15 $ Eintritt pro Person und bewundern die brilliante Kollektion inklusive des ebenso ausgestellten T-Rex.

Fossil Museum
Fossil Museum
T Rex
T Rex

Hungrig geht es danach ins The Hub zum Mittagessen und einen Kaffee. Bathurst ist eine Universitätsstadt und bietet eine Auswahl an guten Restaurants, Cafés und Museen.

Dining at The Hub
Dining at The Hub

Tip: Universitätsstädte sind i.d.R. immer einen Besuch wert. Es sind normalerweise saubere Städte, die Kultur, Geschichte und trendige Lokale und Cafès bieten.

Bathurst Time for Coffee
Bathurst Time for Coffee

Conquer the Mountain

Conquer the Mountain
Conquer the Mountain

Unverhofft kommt oft. Wenn du jemals in Bathurst sein solltest, musst du unbedingt die Rennstrecke Mount Panorama Motor Racing Circuit abfahren! Wir kennen uns mit Autorennen nicht aus und sind zum Mount Panorama gefahren, weil wir gelesen hatten, dass die Rennstrecke international bekannt ist. Am Mount Panorama angekommen trauten wir unseren Augen nicht. Die Rennstrecke lag vor uns ohne einer Absperrung. Sollten wir? Aber ja! Putu krächzte die Rennstrecke hoch und wir hatten fantastische Ausblicke auf Bathurst.

View from Mount Panorama
View from Mount Panorama
Mount Panorama
Mount Panorama

Und weil es so viel Spaß gemacht hat, sind wir die Rennstrecke gleich noch einmal gefahren. Wir hätten mit so etwas nicht gerechnet und freuten uns, dass wir zur Rennstrecke gefahren sind.

Putu racing down the track
Putu racing down the track

Tip: Unterhalb des Racing Circuit gibt es das Race Museum, dass für Autorennfreunde sicherlich interessant ist (15$ Eintritt).

National Motor Racing Museum
National Motor Racing Museum

Das Abercrombie House haben wir uns nur von außen angeschaut, wir kamen mal wieder zu spät, was die Öffnungszeiten angeht. Aber das Wetter war schön und die Sonne schien, daher war es toll die Heritage Trail abzufahren.

Abercrombie House
Abercrombie House

Und als krönenden Abschluss gab es ein großes leckeres Eis von Annie’s Ice Cream Parlour, das wir gegenüber im Park der Kings Parade Russell Street im Sonnenschein genossen. Am nächsten Tag ging es weiter in die Blue Mountains.

Ice Cream Shop
Ice Cream Shop
Ice in the Sunshine
Ice Cream in the Sunshine

Blue Mountains

Wir haben es von Jervis Bay über das Hinterland von New South Wales zu den Blue Mountains geschafft. Zwei Nächte wollen wir hier verbringen und die Natur genießen. Am ersten Tag finden wir einen schönen Platz für Putu, sogar mit Strom. Leider haben wir keinen Heizer, so dass der Strom lediglich zum Aufladen der Handies dienen wird. Wir wissen auch, dass uns zwei sehr kalte Nächte bevorstehen, sind aber überzeugt, dass es das wert sein wird.

Unser Campingplatz ist 10 Minuten Fußmarsch von Scenic World. Es ist eine Touristenattraktion, die vier Highlights offeriert. Scenic Skywalk, Scenic Railway, Scenic Walkway und Scenic Cableway.

Der Eintritt ist mit 49 $ p.P. nicht ganz günstig, aber die Aussicht auf die Landschaft der Blue Mountains klingt vielversprechend. Vielleicht will ich auch einfach nur austesten, ob ich immer noch mutig meine Höhenangst im Zaum halten kann.

Views of the Blue Mountains
View of the Blue Mountains

Scenic World

Scenic Skyway
Scenic Skyway

Wir haben Glück, denn unsere Gruppe ist mit nur 11 Personen miniklein! Am nächsten Tag fangen die Schulferien an und wir sehen lange Schlangen a Scenic World und sind dankbar, diese Attraktion gleich am ersten Tag unserer Anreise gemacht zu haben.

Der Scenic Skyway ist eine Seilbahn mit Glasboden, die 270 m über atemberaubende Schluchten schwebend, unversperrte Aussichten auf die Katoomba Wasserfälle, den Three Sisters und Mt. Solitary gewährt. Sie ist die größte Seilbahn der Südlichen Hemisphäre!

On the Scenic Skyway
On the Scenic Skyway

Die Scenic Railway ist komischerweise das, wovor ich am meisten Angst habe. Eine offene Eisenbahnkabine, die die steilste Eisenbahn auf der Welt ist! Zum Glück sind es nur etwas über 300 m, die es durch einen Felstunnel runter geht, bevor man im Jamison Valley ankommt. Es fühlt sich sehr komisch an so steil zu sitzen, aber glücklicherweise ist die Geschwindigkeit der Fahrt nicht zu schnell.

Not nervous at all
Not nervous at all
The steepest Railway in the World
The steepest Railway in the World
Scenic Railway
Scenic Railway

Im Jamison Valley angekommen haben wir ca dreißig Minuten Zeit durch den Regenwald, auf dem Scenic Walkway, zu laufen. Die Flora und Fauna ist wunderschön und die Zeit vergeht viel zu schnell.

Das Scenic Cableway bringt uns dann wieder zurück. 545 m geht es zurück nach oben. „Die steilste Seilbahn der südlichen Hemisphäre!“ wird uns auf dem Weg stolz erzählt. Unglaublich wie schön die Blue Mountains, gelistet als World Heritage Region, sind.

Wir haben alle Fahrten überstanden, sind glücklich und wild auf ein paar Fußmärsche in der Natur. So machen wir uns auf zu unseren ersten Aussichtspunkten in den Blue Mountains.

Happy
Happy

Berge, Berge, Wadenkrämpfe

Am ersten Nachmittag gehen wir es gemütlich an und laufen den einfachen Prince Henry Cliff Walk.

Solitary Lookout
Solitary Lookout
Orphans Rock
Orphans Rock
Nice Nature Walk
Nice Nature Walk

Doch am nächsten Morgen wollen wir zu den Katoomba Cascades und Echo Point. Der Weg bis zum Echo Point ist mit mehreren Lookouts ausgezeichnet und soll ungefähr eine Stunde dauern. Es kommen uns ab und zu ein paar Hiker entgegen, aber allgemein ist es sehr ruhig und wir genießen die frische Luft, die einzigartige Natur und unseren sehr schönen Spaziergang.

On our Way to Katoomba
On our Way to Katoomba
What a view
What a view
Katoomba Cascades
Katoomba Cascades
Beautiful World
Beautiful World
A little rest on our way to Echo Point
A little rest on our way to Echo Point

Nach mehreren Fotostopps kommen wir dann am Echo Point an und sind tief enttäuscht. Der Ausblick auf die Three Sisters und den weitläufigen Blue Mountains (die Blue Mountains sind doppelt so groß wie der Grand Canyon in den USA!) ist zwar wieder unbeschreiblich schön, aber es sind Massen an Menschen da. Wir überlegen kurz, ob wir umdrehen, entscheiden uns dann aber dagegen und für den steilen Abstieg auf den Giant Stairway. Was haben wir uns da gedacht? Bis zur Honeymoon Bridge ist es noch einfach.

Doch dann geht der Abstieg so richtig los. Am Anfang begegnen wir unzähligen Touristen, jeder drängelt sich die steile Treppe runter. Es ist eng, Social Distancing nicht möglich. Umkehren ist schwierig, da sich die Menschen in beide Richtungen stauen. Wir laufen weiter und nach einiger Zeit wird es leerer. Ach ja. Man muss die Stufen ja auch wieder hochlaufen. Das wird kein Zuckerschlecken. Aber wir wollen ganz runter! Ich denke nur, Berge, Berge, Wadenkrämpfe.

On our Way down the Giant Stairways
On our Way down the Giant Stairways
Giant Stairway
Giant Stairway

Mission unerfüllt

Nach weiteren Minuten des Abstiegs kommen uns drei Jugendliche entgegen. Wir fragen, ob sie es ganz runter geschafft haben. Ein entgeistertes „Nein! Viel zu weit!“ kommt uns entgegen. Verschwitzt lassen sie sich neben uns an einem Felsvorsprung nieder und legen eine Verschnaufpause ein. Uff! Wir beschließen zurückzugehen. So kraxeln wie die hohen Stufen zurück, Wadenkrämpfe inkludiert. Wie vorausgeahnt. Wir trösten uns mit dem Gedanken, dass dies ein hervorragendes Workout für uns ist, bei dem man obendrauf unschlagbare Aussichten genießen darf.

Let s go back
Let s go back

Tip: Besucht das Stadtzentrum in Katoomba! Es gibt Streetart zu bewundern und viele Restaurants und Coffee Shops. Uns hat der vegetarische Burger im The Embassy Vegetarian Cafe besonders gut geschmeckt!

Katoomba
Katoomba
Streetart in Katoomba
Streetart in Katoomba
Lunch at Embassy Vegetarian Cafe
Lunch at Embassy Vegetarian Cafe

Tip: Auf dem Weg nach Sydney von den Blue Mountains kommt man am Ort Leura vorbei. Probiert unbedingt das schmackhafte Frühstück im Lily’s Pad Cafe!

Lily s Pad Cafe
Lily s Pad Cafe
Delicious Breakfast at Lily s
Delicious Breakfast at Lily s
Coffee at Lily s
Coffee at Lily s

Das Ende unserer Hinterland Reise

Unsere zwei Wochen im Hinterland sind zu Ende. Wir fahren Richtung Sydney, wo wir eine Woche einen House Sit haben werden. Während wir in Jervis Bay waren, haben wir das Reisen so sehr vermisst. Wieder auf der Straße zu sein, spontan Routen zu ändern und neue Sachen zu sehen.

Noch wissen wir nicht, dass sich innerhalb weniger Tage wieder alles ändern wird.

Our trip through the Hinterland of New South Wales
Our trip through the Hinterland of New South Wales

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