Lake Toba – nur ein Wochenendziel?

Gegensätzlich zu vielen anderen Touristen, und wahrscheinlicher sogar Einheimischen, blieben wir mehr als 2-4 Tage am Toba See. Warum, hast du vielleicht in unserem Artikel “Gestrandet am Lake Toba” gelesen.
Nach einigen Überlegungen verlängerten wir unseren 3 tägigen Aufenthalt auf insgesamt 12 Tage! Verrückt!
Auch wenn wir uns jetzt wieder sehr auf die Stadt freuen, war es für uns sehr schön, hier zu sein. Und wir haben uns so richtig wohl gefühlt.

Toba Supervolcano
Toba Supervolcano

Der Supervulkan

Lake Toba ist im Norden Sumatra’s gelegen und der größte vulkanische See auf der Welt. Zum Vergleich: der Bodensee würde hier dreimal reinpassen. Der Ausbruch des Supervulkans Toba war entscheidend für das Weltklima und führte eine Abkühlung und den sogenannten vulkanischen Winter ein.

Er soll der größte vulkanische Ausbruch der vergangenen zwei Millionen Jahre sein, der vor 74000 Jahren fast die Menschheit auslöschte.

Wer mehr darüber lesen möchte, kann dies hier tun, wir fanden die Artikel sehr interessant:

https://www.spektrum.de/news/was-den-supervulkan-hochgehen-liess/1436692

Samosir Island
Samosir Island

Unsere Tage

Am Lake Toba haben wir in den Tag reingelebt. Etwas an unserem Blog gearbeitet, damit du weisst, wo wir gerade sind und was wir machen. Und so richtig die Natur genossen.

Unsere Unterkunft war in Tuk Tuk, ein kleiner touristischer Ort, an dem man abends die Karaoke-wütigen Touristen (oder Einheimischen?) singen hört. An dem die Locals, kaum dass sie dich sehen, mit einem “Motorbike, Mister? Only 100.00 00 Rp.” begrüßen. Und wo die Uhren etwas anders ticken.

Scooter time!
Scooter time!

Man kann sich für 100.000,00 Rp. (ca. 6,00 EUR) einen Roller ausleihen. Benzin und Helm sind inklusive. Das Fahren macht irrsinnig Spass. Zum Einen, weil der Verkehr viel weniger ist als in der Stadt, zum Anderen, weil die Landschaft absolut überwältigend ist.
Einen Tag sind wir die Nordküste von Samosir abgefahren. Einen anderen die Südküste.
Reisfelder, soweit das Auge reicht. Das bedeutet, wir haben nicht nur Wahnsinns-Ausblicke auf den See, sondern auch auf die Berge und eben die saftig grünen Reisterrassen. Während James konzentriert fährt, kann ich meinen Blick nicht von dieser Schönheit lösen.
So viele verschiedene Bäume, die ganzen Arten kann ich gar nicht benennen.

Beautiful trees at Lake Toba
Beautiful trees at Lake Toba

von nichts, kommt viel

Was uns ebenfalls auffällt: welche Leckereien überall am Straßenrand wachsen.
Wir sehen Bananen, Papayas, Kokosnüsse, Durians, Mais, Kakao, Avocados und Kaffee!
Bei einigen Sachen wissen wir nicht mal, was es ist. Es schaut aber schmackhaft aus.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit der Besitzerin unseres ersten Hotels.
Sie sagte “Von nichts, kommt viel.”
Genau! Wir alle kennen den Spruch “Von nichts, kommt nichts!”.
Hier ist es anders. Dank der Vögel, erklärt sie uns. So muss es sein im Paradies. Du pflückst, was dir dein Garten schenkt.

Bananas
Bananas

Harte Arbeit

Ganz so einfach ist es dann aber wahrscheinlich doch nicht. Der Reis muss geerntet werden. Das ist harte Arbeit.
An einem anderen Tag fahren wir an Farmern vorbei, die ihre Ernte einholen und sehen sie schwer arbeiten.

Dann fahren wir wieder über die Nordküste bis zur Brücke im Westen, die Samosir mit dem Festland verbindet.
Samosir doch keine Insel? Es ist eine Halbinsel, aber es fällt einfacher Insel zu sagen. So sehen wir erst später, dass es die Verbindung zum Festland gibt.

Driving to the Mainland
Driving to the Mainland

Ausflug zum Wasserfall

Wir möchten zum Efrata Wasserfall, der nur 6 km von der Brücke entfernt sein soll.
Allerdings sind die 6 km eine ganze Stunde entfernt…wieder einmal die berühmte sumatranische Entfernungsangabe, mit der wir uns einfach nicht anfreunden können.
Nicht, seitdem wir eine ganze Stunde bergauf, bergab zu einem Geldautomaten gelaufen sind, weil uns gesagt wurde: „Nur 2 km, 20 Minuten laufen.“.
Wir stoppen unterwegs und sind wieder sprachlos. Der Blick auf den See ist überwältigend und wir glauben nicht, dass unsere Kamera diese Naturschönheit einfängt.

Breathtaking view of Lake Toba
Breathtaking view of Lake Toba

Planänderung

Hier ist auch eine Abzweigung. Geradeaus geht es zum Wasserfall. Rechts zu einem Aussichtspunkt. Wir beschließen unseren Plan zu ändern und peilen den Berg, der sich vor uns auftürmt, an.
Die Fahrt ist anstrengend und etwas beängstigend. Hier geht es so tief so steil herunter!

Nicht so toll, wenn man Höhenangst hat und von Natur aus Angsthase ist.

Aber diese Reise soll ja auch lehren, und ich bin mehr als bereit, Ängste zu überwinden.

In Bukit Lawang habe ich es schließich auch geschafft um die Schlange rumzulaufen, statt wegzurennen.

Deshalb schau ich einfach weg, sobald es zu beängstigend wird und nicht mal eine Leitplanke zwischen Abgrund und uns ist.

The way up to the viewpoint

Wir kommen heil oben an

Der Ausblick ist gut, jedoch ist genau am Ausblick ein Cafè mit lauter Disco-/Clubmusik, so dass die Aussicht nicht ganz so friedvoll ist.

Gegenüber sehen wir… den Efrata Wasserfall.

Nach ein paar Fotos, fahren wir wieder runter. Weil wir nicht in der Dunkelheit fahren möchten, und die Entfernungen hier länger benötigen als zu Hause.

Die Aussicht genießend kommen wir wieder in Samosir an und bevor es ins Hotel zurückgeht, lassen wir es uns in einem vegetarischen Restaurant am See schmecken.

Vegetarian curry
Vegetarian curry

Gepflogenheiten

Auf Samosir ist es üblich für das Parken zu zahlen. Egal, ob man eine kleine Sandbucht findet und kurz Verweilen möchte, oder einen Aussichtspunkt ansteuert.

Die Gebühr liegt zwischen 2000,00 bis 5000,00 Rp für das Parken. Wer seinem Bedürfnis nachgehen möchte, zahlt 2000,00 Rp.

Ladies, habt immer Taschentücher oder Toilettenpapier dabei. Das ist üblicherweise nicht vorhanden in den öffentlichen Toiletten.

Süße Zeit

Unsere Tage klingen für viele langweilig, aber wir machen Spaziergänge, gehen im See baden, genießen den Pool und kommen aus dem Staunen nicht raus.

Leute! Wir sitzen hier auf einem Supervulkan!

Es macht uns Spaß hier zu sein und wir wissen, dass wir die Aussicht, die wir morgens haben, wenn wir aufwachen, in Medan sicher sehr schnell vermissen werden.

Die Luft ist klar und frisch, die Natur überwältigend und wir machen viele nette Bekanntschaften in der Anlage.

Da es eine deutsche Unterkunft ist, sind viele der Gäste aus Deutschland und ich freue mich, mich wieder auf Deutsch unterhalten zu können.

Wir lernen auch Franz, den Bäcker kennen, der für ein paar Wochen hier sein Wissen weitergibt.

Franz
Franz

Entsprechend gibt es jeden Morgen zum Frühstück süße Leckereien. Schwer nein zu sagen.

Nachmittags greifen wir dann hin und wieder auch auf die Kuchentheke zu und genießen den Seeblick bei einem guten Cappucchino und einem Stück Kuchen.

So lässt es sich doch aushalten, oder?!

Cake time!

Die andere Seite

Wie auch in Medan, ist hier leider die Abfallproblematik vorhanden.

Überall wird Plastik in großen Mengen benutzt um dann entweder abends neben der frisch gewaschenen Wäsche verbrannt zu werden. Oder es in der Natur zu entsorgen.

Wir sehen Kinder spielen, daneben brennt der Müll vor sich hin und der giftige Rauch wird nicht weiter zur Kenntnis genommen.

An dem Tag als wir die Südküste abfahren und schönste Natur erleben, jagt uns die Gänsehaut den Rücken runter.

Unerwartet, inmitten vom Nirgendwo, steigt Rauch auf. Als nächstes sehen wir: Müll, Plastik, das im Wald verbrannt wird.

Sogar hier ☹ Wir haben es nicht über’s Herz gebracht, davon ein Foto zu machen.

Abschied

Nach zwölf Tagen Lake Toba freuen wir uns ehrlich gesagt schon ein bißchen auf die Stadt, aber vor allem, weil es für uns bald in das nächste Land gehen wird.

Wir haben die Zeit sehr genossen, die gezwungene (selbst auferlegte) Auszeit war sehr schön.

Unsere Meinung:

Jederzeit wieder!

Die Vielfalt des Toba Sees hat uns definitiv überrascht und überzeugt. Wir fanden die Zeit, die wir hier verbracht haben, absolut gigantisch.

Und egal, ob zwei, vier oder zwölf Tage: der Toba See ist definitiv eine Reise wert!

Was uns besonders gut gefallen hat:

Eindeutig die Natur!

Und die Tatsache, dass du hier Roller fahren kannst und frei bist. In Medan trauten wir uns das nicht, und der Verkehr ist einfach zu viel. So hat uns das Fahren hier doppelt viel Spaß bereitet und wir konnten die Gegend auf eigene Faust erkunden und genießen.

Was uns nicht gefallen hat:

Während wir in Medan viele Menschen getroffen haben, mit denen wir ins Gespräch kamen, weil sie neugierig und wißbegierig waren, war das auf Samosir etwas anders.

Hier haben wir gemerkt, dass das Kontakte knüpfen nur einer Sache galt… schnell etwas dem Touristen verkaufen oder einen Roller vermieten.

Das ist der Grund, weshalb wir eher unter uns waren oder höchstens in der Anlage neue Bekanntschaften gemacht haben. Mit anderen Touristen…

Bye bye Lake Toba
Bye bye Lake Toba

Leave a Reply