Orang-Utans im Semenggoh Wildlife Rehabiliation Center

Orang-Utans im Semenggoh Wildlife Rehabiliation Center

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Als wir herausfanden, dass es auf Borneo semi-wilde Orang-Utans im Semenggoh Wildlife Rehabiliation Center gibt, waren die Flugtickets nach Kuching schnell gekauft.

In Sumatra hatten wir unser Gänsehaut Erlebnis gehabt: Orang-Utans in freier Wildbahn! So etwas sehen zu dürfen ist und war für uns etwas ganz Besonderes. Wir waren ihnen so nah gewesen, dass wir ihre Gesichtsausdrücke sehen konnten. Und ihre Augen! Es war fast so, als ob man in den Spiegel schauen würde. Die Hände der Orang-Utans waren so menschenähnlich. Nur größer und kraftvoller. Zu schade, dass wir die Kameras im Hotel gelassen hatten und so diese unglaublichen Details nicht einfangen konnten.

Unsere Absicht war, dieses atemberaubende Gefühl auf unserem City Trip nochmal zu erleben. Aber erst wollten wir die Stadt unsicher machen, um die ganzen Kuching Highlights zu entdecken.

Als es dann soweit war, konnten wir unsere Vorfreude kaum im Zaun halten. Es ging endlich zu den Orang-Utans! Und da würden wir dann hoffentlich abermals Orang-Utans in freier Natur sehen.

Im Wildlife Center auf Borneo sind die Orang-Utans semi-wild.

Im Gegensatz zu Sumatra sind die Orang-Utans auf Borneo aufgenommene Tiere. Sie werden bei Krankheit wieder aufgepäppelt und rehabilitiert. Dort im Wildlife Center sind sie zwar in Freiheit und können agieren wie sie wollen. Jedoch wird ihnen in der Rehabilitationsphase antrainiert zur Fütterungszeit an bestimmten Orten zu sein.

Tip: das Semenggoh Wildlife Rehabiliation Center liegt nur ca. 20 km südlich von Kuching und man kommt sehr einfach mit dem Unternehmen „Grab“ (funktioniert wie Uber) dorthin. Du kannst auch eine geführte Tour buchen (viel teurer) oder mit einem Taxi anreisen (auch teurer).

Wir entschieden uns für die günstige Variante und fuhren mit Grab zum Wildlife Center.

Ankunft im Semenggoh Wildlife Rehabiliation Center

Es gibt zwei Eintrittszeiten: um 08.00 Uhr morgens und um 14.00 Uhr nachmittags.

Die Fütterungszeiten sind entsprechend eine Stunde später, also um 09.00 Uhr und 15.00 Uhr.

Wir dachten, wir sind ganz schlau und fahren etwas früher hin. Dann können wir in Ruhe das Informationscenter anschauen und gemütlich alles auf uns wirken lassen.

So kamen wir bereits mittags um 12.00 Uhr an. Allerdings war kein Kassierer weit und breit. Und der Eingang war auch geschlossen. Komisch fanden wir und sahen ein anderes Pärchen am Tor wartend, das offensichtlich dieselbe Idee wie wir hatten. Wir kamen ins Gespräch und schlugen so die zwei Stunden rum. Wir verstanden uns so gut, dass wir beschlossen, am nächsten Tag zusammen zum Bako Nationalpark zu fahren um den Tag dort gemeinsam zu verbringen.

At the Semenggoh Wildlife Rehabilitation Center Entrance
At the Semenggoh Wildlife Rehabilitation Center Entrance

Einlass ins Semenggoh Wildlife Rehabiliation Center

Pünktlich um 14.00 Uhr wurde schließlich die Kasse aufgemacht. Wir zahlten unsere 10 RM Eintritt pro Person und liefen los. Unsere Aufregung war wieder da und wir konnten es kaum abwarten diese wunderschönen Tiere zu sehen!

Es ging ungefähr 20 Minuten über einen gepflasterten Weg, aber die Strecke erschien uns unendlich lang bis wir schließlich ankamen.

Dort sahen wir unser erstes Tier: ein Krokodil!

Seeing a crocodile
Seeing a crocodile

Und bevor wir auch nur ins Informationscenter reingehen konnten, sahen wir Tierpfleger mit Essen und beschlossen ihnen zu folgen.

Gute Entscheidung, denn es dauerte nicht lange bis wir ein Rascheln hörten. In Sumatra hatten wir gelernt, dass herabsegelnde Blätter ein Zeichen dafür wären, dass Orang-Utans in der Nähe sind. Wenn sie sich lautlos von Baum zu Baum hangeln, höre man lediglich das Rascheln der Äste und man sieht die fallenden Blätter. Wir waren so gebannt, ob wir gleich einen Orang-Utan sehen würden. Uns hatte man gesagt, dass die Orang-Utans zwar trainiert sind zu den Fütterungszeiten zu kommen, dies aber kein Garant wäre, dass sie wirklich kommen. Letzten Endes sind es freilebende Tiere, die selbst entscheiden, ob sie sich an den jeweiligen Essenspunkten einfinden oder nicht.

Aber wir hatten Glück.

Orangutan on its way
Orangutan on its way

Was wir hier sahen, werden wir niemals vergessen!

Der Orang-Utan aß seine Bananen, während wir Fotos machten und mit funkelnden Augen das großartige Schauspiel genossen.

Und dann passierte es…

Ein ganz besonderes Erlebnis

Der Tierpfleger hatte eine Kokosnuss auf den Boden gelegt, und der Orang-Utan kletterte von seinem Baum runter, um die Kokosnuss aufzuklauben. Behände und grazil machte er sich auf seinen Weg zurück nach oben auf einen dicken Ast. Was jetzt kommt, ließ uns und alle anderen, die da waren, in ein lautes Raunen auslösen. Er schlug die Kokosnuss mit einem heftigen Knall gegen den Baum, um so die Nuss zu öffnen. Darauf war keiner gefasst gewesen. Mit seinen Zähnen schälte er die Kokosnuss, um es sich letztendlich auf seinem Ast schmecken zu lassen. Er hatte tatsächlich den Baum als Werkzeug benutzt, um an das Fleisch der Kokosnuss zu kommen! Unglaublich!

Lunchtime
Lunchtime
Orangutan enjoying his coconut
Orangutan enjoying his coconut
Orangutan eating his coconut
Orangutan eating his coconut

Wir haben zwar ein Video (sorry für die schlechte Qualität), aber es gibt nicht dasselbe Gefühl, das wir live erlebt haben, annähernd wieder.

Cracking the Coconut

Glücklich, dass wir das sehen und erleben durften, machten wir uns auf einen anderen Pfad, denn wir wollten unbedingt das Alpha Männchen sehen.

An einer anderen Fütterungsstelle sahen wir eine Mutter mit ihrem Kind.  Wir waren Zeugen wie schützend und liebevoll die Mutter sich um ihr Kind kümmerte. Es gibt nichts stärkeres als Mutterliebe. Das Alpha Männchen blieb uns allerdings leider entsagt.

Mother and Child
Mother and Child

Ein unvergesslicher Tag

Nach diesem unvergesslichen Tag und der Sichtung dieser wundervollen Geschöpfe, fuhren wir zurück in die Stadt. In Gedanken gingen wir immer wieder das Erlebte durch und sind unendlich dankbar für alles, was wir auf unseren Reisen entdecken und erleben dürfen.

Wir hoffen, dass die Menschheit endlich realisiert, was für unglaubliche Wunder die Natur bietet und alles tut, um diese zu schützen. Es ist unsere Verantwortlichkeit, dass unsere Kinder, Enkel und Urenkel dies ebenfalls eines Tages erleben dürfen.

Beautiful creatures at the Semenggoh Wildlife Rehabiliation Center
Beautiful creatures at the Semenggoh Wildlife Rehabiliation Center
Unforgettable moments
Unforgettable moments
Orangutans at the Semenggoh Wildlife Rehabilitation Center
Orangutans at the Semenggoh Wildlife Rehabilitation Center
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