Von Auckland nach Wellington

Von Auckland nach Wellington

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Nachdem wir Northland bereist hatten, entschlossen wir, statt nochmal eine Nacht in Auckland zu bleiben, direkt von Auckland nach Wellington weiterzufahren.

Wir fuhren bis zu einem Vorort von Cambridge, wo wir einen kleinen Campground fanden. Neben uns parkte ein größerer Campervan, den ich mir genau anschaute und erst spät merkte, dass die Tür offenstand und der Besitzer mich amüsiert beobachtete. Ich rief ihm ein scheues „Hello“ zu und machte mich weiter.

Ein paar Minuten später lernten wir ihn dann kennen. Colin und eine Freundin von ihm, Shammi, luden uns zum Kaffee in ihren 9 Meter langen Camper ein. Wir hatten sehr liebe Gespräche und erzählten unseren Plan von Auckland nach Wellington zu kommen mit den Stops, die wir geplant hatten.

Collin and Shwama
Colin and Shammi

Am nächsten Morgen brachen wir zu unserem nächsten Ort auf. Bepackt mit lieben Tips von Colin und Shammi und einem Zettel mit einer Route, die Colin für uns in der Nacht noch rausgesucht hatte.

Wir mussten nämlich von Ost nach West, was leider nicht direkt geht.

Mit vielen Umarmungen verabschiedeten wir uns und machten noch einen kleinen Stop in Cambridge, wo wir auf einen Farmer’s Market gingen.

Unsere Route

Unsere gesamte Route sollte so ausschauen:

1.Blue Springs Putaruru

2.Rotorua

3.Waimangu Volcanic Valley

4.Huka Falls

5.Lake Taupo

6.Napier

7.Waverley

8.Otaki Beach

9.Paraparaumu

10.Wellington

Danach war die Süd-Insel Neuseeland’s geplant.

1.Blue Springs Putaruru

Auf dem Weg zu Rotorua legten wir hier in Blue Springs Putaruru einen Stop ein. Was für ein schönes Fleckchen das hier ist! Wir genossen das Farbspiel von tiefem Türkis bis Smaragdgrün und das unberührte Wasser.

Blue Springs
Auf der Route von Auckland nach Wellington
Blue Springs
Auf der Route von Auckland nach Wellington

2. Rotorua

Hier waren wir wirklich sehr gespannt, denn so etwas hatten wir noch nie gesehen. Eine Stadt mit heißen Quellen und sprudelnden Geysiren. Wir lasen, dass es einen freien Campingplatz gab, dass es aber sehr nach faulen Eiern roch. Wir ließen es darauf ankommen und ergatterten den letzten Platz und fanden den Geruch nicht so schlimm wie teils beschrieben.

Bei unserem Spaziergang durch die Stadt hörten wir es überall blubbern und sahen aufsteigende Wolken. Wenn man nahekam, spürte man die Hitze. Ein bombastisches Spektakel!

Leider war das Rotorua Museum geschlossen, so dass wir das vermisst haben. Aber allein von außen sah es schon toll aus.

Rotorua Museum
Rotorua Museum

In Rotorua wird auch die Maori Kultur gezeigt. Busseweise geht es hierbei zu einem nachgebildeten Maori Dorf. Das war uns einfach zu touristisch und nicht „echt“ genug, so dass wir davon Abstand gehalten haben.

3.Waimangu Volcanic Valley

Waimangu Volcanic Valley
Waimangu Volcanic Valley

Der nächste Tag hielt ein weiteres Highlight für uns bereit. Wir hatten eine Entscheidung zwischen Waimangu Volcanic Valley und Wai-O-Tapu treffen müssen. Und unsere Wahl fiel auf Waimangu Volcanic Valley, auch wenn wir gerne beides gesehen hätten. Aber mit $44 Einlaß pro Person, war uns beides zu teuer bzw. nicht im Budget. Auch in Anbetracht unseres Slow Travel mussten wir weiter, damit wir andere Highlights in Ruhe anschauen konnten und auch unsere Golfroute einhielten.

Der Waimangu Volcanic Valley enttäuschte uns nicht. Ein ca. zweistündiger Spaziergang führt durch die Wunder der Natur.

Waimangu Volcanic Valley
Waimangu Volcanic Valley

Wir sahen Krater und Seen, Quellen und Geysire. Und benötigten natürlich länger als zwei Stunden.

Aufgrund des Wetters gab es keine Bootstouren auf dem Rotomahane See, von wo aus man normalerweise an geothermalischen und vulkanischen Sehenswürdigkeiten vorbeikommt, die von Land aus nicht sichtbar sind.

Beautiful Waimangu Volcanic Valley
Beautiful Waimangu Volcanic Valley

Mit dem Bus (es gibt insgesamt drei Busstationen auf diesem Weg) ging es dann wieder zurück zum Eingang.

Auf der Weiterfahrt hielten wir dann kurz in Wai-O-Tapu, konnten aber von außen nichts sehen.

Tip: In der App Campermate gibt es immer wieder mal Angebote. Wir haben so $10 pro Person beim Eintritt gespart. Es lohnt sich zu schauen.

4.Huka Falls

Die Huka Falls sind zugegeben ein sehr begehrtes Fotomotiv. Trotz der Menschenstürme dorthin wollten wir uns dieses Naturschauspiel ansehen. Wir parkten am anderen Ende und liefen einen kurzen zehnminütigen Weg zum Fluss.

Hier donnert das Wasser mit einer Irrsinns-Kraft durch die enge Schlucht und begeisterte uns noch einmal mehr mit seiner Stärke, seiner unglaublich blauen Farbe und der Natur im Allgemeinen.

Huka Falls
Huka Falls

5.Lake Taupo

Nächster Halt: Lake Taupo. Wer jetzt denkt, nach alldem, was wir schon gesehen haben, kann es nicht schöner werden, irrt!

View of Lake Taupo
View of Lake Taupo

Nur den Taupo Lookout fanden wir jetzt nicht so überragend, da hatten wir bislang tatsächlich schon Besseres gesehen.

Wir verbrachten eine Nacht am 5 Mile Beach (kostenloser Campground) und genossen es, wieder am Wasser zu sein.

Our Campground at Lake Taupo
Our Campground at Lake Taupo
Lake Taupo
Lake Taupo

Die kleine Stadt an sich war auch sehenswert, wir bummelten durch die Straßen und gönnten uns ein Abendessen beim Thailänder.

6.Napier

Napier
Napier

Napier fuhren wir am nächsten Tag bereits an und freuten uns mega auf die Art Deco Stadt.

Wir hatten schon viele Bilder gesehen und waren gespannt, ob die Stadt in echt auch so wirkte.

Schon bei der Einfahrt sahen wir das erste großartige Gebäude: Das National Tobacco Company Gebäude!

National Tobacco Company in Napier
National Tobacco Company in Napier

Unser freier Campground lag am Perfume Point, direkt am Meer, besser geht es nicht! Wenn auch etwas außerhalb der Stadt, haben wir es hier geliebt und sind gleich zwei Nächte geblieben. Wir wären gern länger geblieben, aber der Campingplatz ist auf leider lediglich 48 Stunden begrenzt.

Perfume Point
Perfume Point

Die Art Deco Stadt an sich, erreichte man nach einem 45 minütigen Fußmarsch.

Napier wurde 1931 von einem großen Erdbeben und anschließenden Großbränden zerstört und musste von Grund auf neu aufgebaut werden. Die Aufbauten begannen sofort und dauerten zwei Jahre. Die örtliche Architektin nutzte die Möglichkeit und erschuf eine bis heute weltweit bekannte Art Deco Stadt.

Art Deco in Napier
Art Deco in Napier

Auf unserem Weg zu Waverly legten wir einen Stop in Cape Kidnappers ein, spielten Golf mit spektakulären Ausblicken und hatten wieder einen sagenhaften kostenfreien Campground am Meer.

7.Waverley

Schon mal von Waverly gehört? Nein? Ich bis zu unserer Route auch nicht. James hatte diesen Ort auf unsere Liste gesetzt, weil es hier etwas gibt, das, sagen wir mal, „anders“ ist.

Waverley Golf
Waverley Golf

Waverly liegt ca. 44 km nordwestlich von Whanganui, und ist bekannt für seine Landwirtschaft und Schafzucht.

Wenn ihr euch wundert, was wir da gesucht haben … einen Golfplatz natürlich. Und was für einen! Der Waverly Golf Club wird uns für immer in Erinnerung bleiben. Hier golft man mit Schafen drumherum. 300 an der Zahl, um genau zu sein. Sie sind die „Greenskeeper“ des Platzes, weil sie das Gras fressen. Nur die Greens selber bleiben unberührt, da hier das Gras von menschliche Greenskeepern gemäht wird und dadurch für die Zähne der Schafe zu kurz ist.

Waverley Golf and its Greenkeepers
Waverley Golf and its Greenkeepers
Waverley Golf Club
Waverley Golf Club

Es hat soviel Spaß gemacht hier zu spielen und all die süßen Schafe zu beobachten. Ach ja, wir haben kein Schaf getroffen, alle blieben unverletzt. Und irgendwie haben wir es auch geschafft unsere Golfbags so auf den Boden zu legen, dass sie nicht in kleinen „Tretminen“ gelandet sind.

Follow the sheep at Waverley Golf Club
Follow the sheep at Waverley Golf Club

Tip: Die Nacht zuvor hatten wir am Cave Beach verbracht, wo es einen freien Campground gibt, und den besten und schönsten Sternenhimmel überhaupt gesehen. Millionen von funkelnden Sternen und als ob das nicht genügt: den Milky Way gab es obendrauf!

8.Otaki Beach

Otaki Beach war sehr speziell für uns. Als wir vor drei Jahren durch Thailand, Laos and Cambodia reisten, hatten wir unterwegs Lorna und Graham kennengelernt. Ein neuseeländisches Pärchen, mit dem wir seitdem immer wieder Kontakt via facebook hatten.

Jetzt, nach drei langen Jahren, sollten wir uns in ihrem Heimatort Otaki Beach wieder treffen.

Wir verbrachten vier wundervolle Tage mit Lorna und Graham, gingen am Strand spazieren, und hatten schöne Stunden, wo wir zusammensaßen, einen heißen Tee tranken und uns unterhielten.

Happily together again in Otaki Beach
Happily together again in Otaki Beach

Lorna zeigte uns ihr Tattoo Studio und ihre wunderschönen Kunstwerke.

May 15 Tattoo
May 15 Tattoo

Graham nahm uns auf eine kleine Hiking Tour, wo wir das erste Mal sogenannte „huts“ sahen. Hütten für Wanderer, wo sie die Nacht verbringen können, wenn die Wanderung mehrere Tage dauert.

A Hut on a hiking track
A Hut on a hiking track

Von Otaki Stadt selber haben wir nichts gesehen, aber wir verbrachten lieber Zeit mit Lorna und Graham am Meer.

Deserted Otaki Beach
Deserted Otaki Beach

9.Paraparaumu

Paraparaumu ist eine bezaubernde kleine Stadt, direkt am Tasmansee.

Hier liegt der Paraparaumu Beach Golf Club, der Neuseeland’s drittbester Golfplatz ist. Wir kamen spät an, stellten uns beim General Manager vor und nahmen ein paar Bilder vom Platz auf.

Paraparaumu Golf
Paraparaumu Golf

Unsere erste Nacht verbrachten wir auf einem Parkplatz mit Blick auf das Meer. Und hatten den schönsten Sonnenuntergänge.

Paraparaumu and an unforgettable sunset
Paraparaumu and an unforgettable sunset

Am nächsten Tag bespielten wir den wahnsinnig schönen Golfplatz (unser Lieblings-Golfplatz in Neuseeland!) und setzten uns danach im Clubhouse noch auf einen Kaffee bevor es wieder zum Parkplatz für unsere zweite Nacht ging.

Diese Nacht war stürmisch und wir mussten uns mit dem einen unvergesslichen Sonnenuntergang vom Vortag begnügen.

Paraparaumu at its best
Paraparaumu at its best

Da die Geschäfte immer um 17 Uhr bereits schließen, und wir auch am zweiten Tag nicht vor 17 Uhr den Golfplatz verließen, haben wir leider nichts von der Stadt gesehen.

Es reichte gerade um ein schnelles Essen vorzubereiten, zu essen und dann müde, aber glücklich in einen tiefen und ruhigen Schlaf zu fallen.

Tip: Von der Küste aus sieht man Kapiti Island, eine vorgelagerte Insel, die ein Schutzgebiet und Heimat vieler einheimischer Vögel ist. Es dürfen max. 50 Besucher pro Tag die Insel betreten und es wird strikt kontrolliert, dass keiner versehentlich Tiere, die den Vögeln gefährlich werden könnten, auf die Insel gelangen.
Wer mehr darüber lesen will, kann dies hier tun.

10.Wellington

Windy Wellington
Windy Wellington

Wellington war unsere letzte Station auf der Nordinsel. Hier haben wir drei Nächte verbracht.

Der Parkplatz, den wir uns als Schlafplatz ausgesucht hatten, lag zentral direkt am Te Papa Museum, das sich jeder Wellington Besucher unbedingt anschauen sollte. Es ist das Nationalmuseum von Neuseeland und wahnsinnig toll aufgemacht. Es hat uns so gut gefallen, dass wir gleich zweimal dort waren.

Der Eintritt ist frei. Unserer Meinung nach ein absolutes MUSS!

Wellington, Te Papa Museum
Wellington, Te Papa Museum

Die Waterfront

Vom Te Papa Museum aus ist man auch schon inmitten der Waterfront Wellington’s. Hier sind coole Bars, ein deutsches Hofbräuhaus und kleinere Geschäfte aneinandergereiht.

Hofbrauhaus in Wellington
Hofbrauhaus in Wellington

Ausnahmsweise hatten wir Sonnenschein, auch wenn es sehr windig war, so dass wir unsere Spaziergänge am Hafen vollends genießen konnten.

Wellington stroll at the harbour
Wellington stroll at the harbour

Wellington wird übrigens auch Windy Welli genannt, weil es hier so windig ist. In den kleinen Souvenir Shops kann man Karten finden, mit Zeichnungen von Menschen mit wehenden Haaren. Dem sogenannten „Welli Hair Do“.

Solace of the Wind
Solace of the Wind

Am Hafen besuchten wir am Wochenende auch den Underground Market. Eine Tiefgarage, die zum Marktplatz umfunktioniert wird. Hier gibt es viele Stände mit allem, was das Herz begehrt und man kann sicher einiges an Geld dalassen.

Wellington Underground Market
Wellington Underground Market
Turkish Delights in Wellington
Turkish Delights in Wellington

Außer unseren täglichen Spaziergängen am Wasser entlang, besuchten wir noch ein weiteres Museum, das Wellington Museum, ebenfalls kostenfrei war. Es erzählt die Höhepunkte der Stadt und ist ebenfalls sehr interessant.

Wellington Museum
Wellington Museum

Wir gingen zur berühmten roten Seilbahn, entschlossen aber in letzter Sekunde das Geld (8 $ pro Strecke und pro Person) in Lebensmittel zu stecken.

Wellington Cable Car
Wellington Cable Car

Danach besuchten wir die Cuba Street und hatten ein fantastisches thailändisches Abendessen.

At Cuba Street
At Cuba Street

Den berühmten Aussichtspunkt Mount Victoria ließen wir uns auch nicht nehmen. Nach einem schweißtreibenden steilen Aufstieg genossen wir bei bestem Wetter die umwerfende Aussicht auf Wellington.

To Mount Victoria this way
To Mount Victoria this way
Made it to the top
Made it to the top

An unserem letzten Tag bevor es zur Fähre ging, waren wir noch auf dem Wochenendmarkt. Die Kiwis sind ein überragendes Vorbild! Keiner hat Plastiktüten, jeder bringt seine eigenen Einkaufstaschen mit. Das Naturverständnis ist sehr groß und wir wünschten, dass das Umweltbewußtsein in anderen Teilen der Welt genauso wäre.

Farmer's Market in Wellington
Farmer’s Market in Wellington

Abschied von der Nordinsel

Hier würden wir nun mit unserem Camper Lorna die Nordinsel verlassen und unsere nächsten Wochen auf der Südinsel starten.

Die Zeit von Auckland nach Wellington verging viel zu schnell, aber die nächsten Abenteuer warteten ja schon.

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