Von Townsville nach Mt Isa

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Unsere Tage in Tropical North Queensland waren zu schnell vergangen, aber dafür wartete das nächste Abenteuer: unsere Fahrt von Townsville nach Mt Isa! Die Strecke führte uns über den Overlander’s Way durch das Outback und hielt so einige Überraschungen bereit.

Klick auf die Karte um unsere Route mit Informationen in Google Maps zu öffnen
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Unsere Strecke ab Townsville

Townsville ist die drittgrößte Stadt in Queensland und hat uns schon bei unserem ersten Besuch sehr gut gefallen. Damals waren wir ungeplant drei Nächte statt nur einer geblieben und hätten gern noch mehr Zeit in Townsville verbracht. Deshalb beschlossen wir auf unserer Durchreise von Tropical North Queensland ins Outback noch einmal ein paar Tage einzulegen. Dieses Mal schoben wir auch die wunderschöne Insel Magnetic Island ein, die vor Townsville Küste liegt, und besuchten diese zwei Tage lang.

The Strand at Townsville
The Strand at Townsville

Magnetic Island

Nur 25 min mit der Fähre von Townsville entfernt in der Great Barrier Reef Region, liegt diese uns unvergeßliche Insel – Magnetic Island! Wir hatten einen Deal mit einer Übernachtung im Bungalow Bay Koala Village und Fährtickets hin und zurück gebucht. Letztendlich blieben wir eine Nacht länger und haben die vielen Badebuchten, die süße Tierwelt und die anstrengenden wie auch die weniger anstrengenden Spaziergänge mit atemberaubenden Aussichten in vollen Zügen genossen.

Was genau uns so fasziniert hat und warum auch du unbedingt Magnetic Island auf deinem Weg von Townsville nach Mt Isa besuchen solltest, kannst du hier bei Zwei Tage auf Magnetic Island nachlesen.

Heart melting experience
Heart melting experience

Outback Queensland Australien

Overlanders Way
Overlanders Way

Nach zwei sehr erholsamen Tagen auf Magnetic Island waren wir dann fast bereit für das Outback Queensland Australien! Bevor uns unsere erste Etappe nach Charters Towers führte, spielten wir noch eine Runde Golf im Townsville Golf Club, der älteste Golfclub in Queensland.

In Charters Towers sind die Tage der Goldrausch Ära immernoch gut ersichtlich. Historische Gebäude wie das Stock Exchange Arcade zeigen den einstigen Wohlstand. Weitere imposante Gebäude wie das World Theatre, das ursprünglich die Australian Bank of Commerce war, die City Hall, einst Queensland National Bank, und das Post Office zeigen den damaligen Reichtum der Stadt. Wir bummeln die Hauptstraße entlang, die Gebäude bewundernd, und landen am The Miner’s Cottage. Das Cottage dient als Museum und stellt eine Hütte der Goldrausch Ära von damals nach. Und man kann sogar nach Gold schürfen! Die Excelsior Bibliothek wurde nach einem Feuer wieder restauriert, was wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Charters Towers hat auch einige schöne City Murals. Eines davon schauen wir uns an und beschließen dann zu unserem heutigen Campingplatz zu fahren.

Charters Towers City Hall
Charters Towers City Hall
Charters Towers
Charters Towers

Es ist einfach schon zu heiß im Outback und wir sind hungrig und müde. Unser Zuhause für die Nacht wird heute hinter dem Prairie Hotel, 200 km westlich von Charters Towers, sein.

Dinosaurier Land

In der Früh nehmen wir eine sehr erfrischende Dusche und sind begierig weiterzufahren, denn die nächsten Tage werden wir in Dinosaurier Land sein! Hughenden, Richmond und Winton bilden zusammen den Dinosaur Trail.

In Hughenden im Flinders Discovery Centre geht unser Dinosaurier Abenteuer los.

The Dinosaur Trail
The Dinosaur Trail

Hughenden

Wir besuchen das Flinders Discovery Centre in Hughenden. Das Museum kostet 5$ p.P. und beherbergt eine einzigartige Sammlung von Fossilen. Ein Highlight ist eine lebensgroße Nachbildung von Australien’s größtem Dinosaurier! Dem Muttaburrasaurus. Wer mehr über die Dinosaurier Entdeckungen in Hughenden lesen möchte, kann sich hier das interessante Info-Blatt runterladen:

Muttaburrasaurus in Hughenden
Muttaburrasaurus in Hughenden

Porcupine Gorge National Park

Wieder mal spontan entscheiden wir uns für einen Ort, der nicht auf unserer ursprünglichen Liste steht. Wir buchen in Hughenden eine Nacht im Porcupine Gorge National Park. Ein kleiner Abweg vom Dinosaur Trail, aber eine Entscheidung, die wir nicht hätten besser treffen können! Und wenn du wissen willst, was wir dort so gemacht, und warum du Porcupine Gorge auf keinen Fall auf deinem Weg von Townsville nach Mt Isa verpassen solltest, klick gerne hier auf unseren Porcupine Gorge Nationalpark Blog. Du findest nicht nur unsere Erlebnisse, sondern auch viele nützliche Informationen.

Best times with my Bestie at Porcupine Gorge National Park
Best times with my Bestie at Porcupine Gorge National Park

Richmond

Als wir in Richmond einfahren, sehen wir einen großen See. Mit einem kleinen Swimmingpool, Picknicktischen und einem schönen Gehweg um den See herum schaut das Ganze sehr einladend aus.  Wir beschließen später noch einmal herzufahren. Aber erst geht es zum Kronosaurus Korner. Der eigentliche Grund, warum wir in Richmond sind. Als Teil des Dinosaur Trails beherbergt der Kronosaurus Korner ein sehr cooles Museum mit Fossilen, die bis 120 Mio. Jahre alt sind! Vergiss nicht, einen genauen Blick auf Penny, den Plesiosaurier, zu werfen! Pennys Fossilien sind in einem so großartigen Zustand, dass man sogar sehen kann, was Wissenschaftler für eine potenzielle Bissmarke halten!

Kronosaurus Korner
Kronosaurus Korner

Nach unserem Museumsbesuch fahren wir zurück zum Fred Tritton Lake und haben einen wunderschönen Spaziergang um den See herum. Die Nachmittagssonne ist am Untergehen und die umliegenden Felder und Bäume in ein wunderschönes goldenes Licht getaucht. Schade, dass hier Campen verboten ist, denn mit der tollen Aussicht und sogar kostenlosen heißen Duschen und Toiletten, wäre das ein 1A Campingplatz. Wir genießen unser Abendbrot hier bevor es zum nächsten Campingplatz geht.

Stroll at Fred Tritton Lake in Richmond

Stroll at Fred Tritton Lake in Richmond

Winton

Winton hat uns sehr gut gefallen und wir übernachteten hier zweimal, weil es strategisch gut zwischen den Punkten, die wir besuchen wollten, liegt. Die besten Highlights in Winton hatten wir daher etwas aufgeteilt, so dass wir wirklich im Slow Travel Style uns alles in Ruhe anschauen konnten.

Auch wenn Winton etwas klein ist, kann man hier viel Zeit verbringen. Und die Tage bei einem eiskalten Bier oder Milchshake in einem der vielen Pubs beenden.

Winton Daytrips

Von Winton aus ging es für uns ca. 100 km in den Süden. Die Straßen? Sicher nicht die besten für unseren Campervan Putu. Über geriffelte, unbefestigte Wege wurden wir ziemlich durchgeschüttelt bis wir im Dinosaur Stampede National Monument at Lark Quarry ankamen. Aber es war es absolut Wert!! Weil es der einzige Ort auf der ganzen weiten Welt ist, wo du Dinosaurier Fußabdrücke sehen kannst!!

Dinosaur Stampede National Monument
Dinosaur Stampede National Monument

25 km östlich von Winton besuchten wir zum Abschluß noch den Australian Age of Dinosaurs. Zum Glück waren die Straßen dorthin befestigt 🙂 In diesem Museum konnten wir beobachten, wie hart es ist, Dinosaurierknochen freizulegen. Zudem beherbergt das Australian Age of Dinosaurs die weltgrößte Sammlung australischer Dinosaurier Fossile. Winton war das Ende, aber auch das Sahnehäubchen unseres Dinosaur Trails.

Tedious work
Tedious work

Tip: Bucht unbedingt während der Schulferien eure Eintrittstickets vor!

Longreach

Von den Outback Städten, die wir sahen, hat uns Longreach am Besten gefallen. Obwohl es in Winton mehr zu sehen gab, war Longreach eine tolle Abwechslung für uns. Es fühlte sich hier frischer und weniger staubig an. Putu bekam sogar eine Wäsche. In Longreach verbrachten wir einen Tag im QANTAS Founders Museum, was für mich als Flugzeugliebhaber ein Highlight war.

Qantas Founders Museum
Qantas Founders Museum
Qantas
Qantas

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die Longreach bietet, ist die Australian Stockman’s Hall of Fame & Outback Heritage Center. Wir waren zweimal dort, hatten aber kein Glück mit dem Einlass. Wir hatten nicht beachtet, dass Schulferien sind und konnten so leider aufgrund der Ausgebuchtheit das Museum nicht besichtigen.

Stockmans HOF
Stockmans HOF

In Longreach finden wir auch einen Outback Shop, der so toll ist, dass wir hier mehr Zeit verbringen als gedacht. Es gibt einfach viel zu entdecken, und es ist ehrlich gesagt auch eine Wohltat bei der Hitze für eine Weile im klimatisierten Raum zu sein.

Shopping in Longreach
Von Townsville nach Mt Isa
Shopping in Longreach

Cloncurry

Was uns immer sehr gut gefällt, sind die Titel, die sich die Ortschaften geben oder verliehen bekommen. So wird Cloncurry auch „The Friendly Heart of Outback Queensland“genannt. Mal schauen, ob das zutrifft.

Von Longreach nach Cloncurry sind es fast 350 km und wir kommen am späten Nachmittag müde in Cloncurry an. Einen kostenfreien Campingplatz konnten wir nicht finden, haben aber eine gute Alternative im Discovery Park Cloncurry.

Tip: ein Stellplatz kostet 25$ ohne Stromanschluss und 35 $ mit Stromanschluss. Die Einrichtungen sind sauber und es gibt einen kleinen Work-Out Raum und einen Waschsalon, der im Preis inklusive ist!! Sogar Waschpulver wird gestellt, und Trockner sind auch vorhanden. So hat man das Geld für die Nacht schnell wieder drin, wenn man viel Wäsche hat ?

Cloncurry Stadtzentrum

Am nächsten Morgen bereiten wir unser Frühstück in der Küche des Campingplatzes zu und es geht im Anschluß ins Stadtzentrum. Es ist Sonntag und die meisten Geschäfte haben bereits geschlossen. Wir haben aber Glück und können noch zwei Stück Kuchen beim Bäcker erstehen. Darauf habe ich schon seit Tagen Lust.

1861 kamen die ersten Europäer in Cloncurry an. Es waren Burke und Wills auf ihrer Expedition zum Golf von Carpentaria. Später sehen wir noch das Burke & Wills Memorial auf dem Weg zu unserem Campingplatz.

Cloncurry steht auf meiner Liste, weil der erste QANTAS Flug von Longreach nach Cloncurry ging. Das war am 03. November 1922 mit Alexander Kelly als erstem Passagier, der damals 11 Pfund und 2 Schilling für den Flug hinlegen musste. Der QANTAS Hangar ist immernoch in Benutzung, und James muss mich zum Flughafen fahren, damit ich es sehen kann.

Qantas Hangar in Cloncurry
Qantas Hangar in Cloncurry

Cloncurry ist aber nicht nur in Verbindung zu Qantas bekannt, sondern ist auch Gründungsstätte der Royal Flying Doctors Service im Jahr 1928. Der Reverend John Flynn hatte diese Vision, abgelegene Orte schneller zu erreichen und den Kranken helfen zu können. Es vergingen jedoch etliche Jahre bis seine Vision Wirklichkeit wurde. Wusstest du, dass er auf den 20$ Scheinen abgebildet ist?

Was man in Cloncurry noch sehen kann

Mary Kathleen Memorial Park (zeigt historische Mining, Eisenbahn und Farm Ausstattung)

Unearthed Museum

Koloniale Architektur wie Courthouse, Post Office und Hotels

John Flynn Place Museum & Art Gallery

John Flynn and the Royal Flying Doctors
John Flynn and the Royal Flying Doctors

Clem Walton Park & Corella Dam

119 km östlich von Mt Isa gelegen, sind wir fast am Ende des Overlander’s Ways. Wir wissen, dass wir bald in die Northern Territory fahren werden, möchten aber noch ein, zwei geruhsame Tage in Queensland verbringen. Deshalb schauen wir uns Cloncurry sehr gemächlich an und fahren im Anschluß zum Clem Walton Park, ein Campingplatz, der uns schon oft von Reisenden empfohlen wurde.

Der Park liegt direkt am Cloncurry Fluß, und am Barkly Highway. Wir schaffen die mehr als holprigen, mit Steinen durchsetzten Straßen und parken Putu direkt am Wasser. Die Krokodile befinden sich weiter unten am Corella Damm hören wir. Und es sind Frischwasser Krokodile, also ungefährlich…

Way to Clem Walton Park
Way to Clem Walton Park

Der Weg hierher ist wunderschön und wir sind verdutzt wie sehr sich die Landschaft von Longreach nach Cloncurry zum Clem Walton Park geändert hat. Von endlosem Nichts zu roten Felsformationen, die uns an Phönix in den USA erinnern.

Unser Lieblingsplatz

Drei Tage lang ruhen wir uns im Clem Walton Park aus, lesen, sortieren unsere Fotos, und gehen auf Fotosafari. Der Clem Walton Park ist außerdem bekannt für seine Red Claws und diverse Fische. Wer gerne fischt, ist hier goldrichtig. Wir begnügen uns mit Vogelbeobachtung und sehen sogar den Cloncurry Papagei, der nur in der Selwyn Range und hier in der Cloncurry Gegend in N-W Queensland vorkommt. In der Nacht machen wir dank unserer Freunde Rhiana und Mitch von @randm_travels noch eine großartige Entdeckung! Sie zeigen uns eine Olive Python, die im Wasser schwimmt! Sie steuert direkt auf uns zu und läßt sich am Flußufer nieder. Wir sehen schnell warum. Die Python hat ein sehr großes Abendessen gehabt und kann sich kaum bewegen. Zum Verdauen macht sie sich nun am Flußufer bequem. Glücklich, dass sie nicht hungrig ist und nur ihre Ruhe will, ziehen wir weiter.

Rhiana und Mitch bringen uns Glück und durch ihr gutes Auge kommen wir dann am nächsten Tag auch noch in den Genuß einen jungen Wassermonitor zu sehen.

Water Monitor at Clem Walton Park
Water Monitor at Clem Walton Park

 Am nächsten Morgen geht es dann weiter. Der Stop in Mary Kathleen wird kürzer als gedacht, da wir mit unserem Camper auf den Schotterstraßen nicht weiterkommen. Die verlassene Uranium-Minen-Stadt ist so wie es heißt: verlassen. Ohne den Damm zu sehen, geht es weiter nach Mt. Isa, der Geburtsstadt des Golfers Greg Norman.

Mt Isa

Bis wir in Mt Isa ankommen hat die Outback Hitze unser Gehirn schon weggeschmolzen. Oder warum haben wir es auf einmal so eilig weiterzufahren? Wir wollten hier golfen, das Geburtshaus von Greg Norman finden, ein paar Blogs schreiben und den Camper durchchecken lassen. Aber nach fünf Anrufen bei allen örtlichen Mechanikern geben wir auf. Wir bekommen keinen Termin. Auch wo Greg Norman einst gelebt hat, finden wir leider nicht raus. Jetzt haben wir es eilig in die Northern Territory zu kommen. Im Informationscenter können wir unsere Wasserflaschen füllen und duschen. Wir heben wir Geld ab, tanken und kaufen im Coles ein paar Lebensmittel ein. Und fahren total überstürzt weiter. Von Mt. Isa haben wir nichts gesehen.  

Mt Isa
Mt Isa

Zusammenfassung

Wir fanden die Fahrt über den Overlander’s Way einfach fantastisch und es war eine einzigartige Erfahrung. Von Townsville bis nach Mt. Isa in Queensland, und weiter zu den Three Ways in Northern Territory hat uns der Overlander’s Way geführt.

Auf dieser Route wandelten wir in den Spuren von Dinosauriern, die einst vor über 95 Millionen Jahren hier gelebt haben. Wir sahen unglaubliche Nachthimmel, übersät mit funkelnden Sternen, der Milchstraße und den Planeten. Hitze und Staub waren unsere ständigen Begleiter, und machten uns an manchen Tagen schwer zu schaffen. Die freundlichen Aussies, die wir unterwegs kennenlernen durften, wiegten das aber sehr schnell auf. Auch Australiens Tierwelt bezauberte uns mehr als einmal. Wir sind jetzt ein klein wenig mutiger und weniger ängstlich was gefährliche Tiere anbelangt als zum Zeitpunkt als wir in Australien ankamen. Die Outback Städte haben ihren ganz eigenen einzigartigen Charme und sind verglichen zu den Küstenstädten definitiv anders. Ein Muss, finden wir, wenn man das echte Australien sehen will.

Outback Queensland
Von Townsville nach Mt Isa
Outback Queensland

Von Townsville nach Mt Isa waren es ungefähr 904 km. Inklusive unserer Detours zum Porcupine Gorge, Winton, Longreach und dem Clem Walten Park fuhren wir 1858 km. Und bis zum Ende des Overlander’s Way am Three Ways waren es insgesamt 2484 km. WOW! Wie lang wir dafür gebraucht haben? Unendlich lang ? Nie hätten wir gedacht, dass wir einmal quer durch Australien fahren würden. Aber es sollte sogar noch weitergehen, denn für die weitere Route hatten wir uns den Explorer’s Way ausgesucht. Unser nächstes Abenteuer sollte uns einmal von Nord nach Süd, von Darwin bis nach Adelaide führen…

From Townsville to Mt Isa
From Townsville to Mt Isa

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